Das Wochenbett:

Das Wochenbett ist die Zeit direkt nach der Geburt.
Bei einer natürlichen Geburt spricht man von 8 Wochen bei einer Kaiserschnittgeburt hingegen von 12 Wochen.

Diese Zeit sollte zum Erholen und Kennenlernen von Eltern und Baby genutzt werden.
Die Geburt ist ein anstrengendes Ereignis, sowohl für die Mutter als auch das Kind. Und natürlich auch für den Papa. Es ist wichtig sich genügend Zeit für das Heilen etwaiger Geburtsverletzungen zu geben als auch Kraft zu tanken und sich an die neue Situation mit dem kleinen Erdenbürger zu gewöhnen und sich kennen zulernen.
Viele neue Situationen warten auf die junge Familie.


In der ersten Zeit des Wochenbettes wird euer Baby die meiste Zeit bei euch oder auf euch sein wollen. Kann man es dem kleinen Zwerg gar nicht übel nehmen, wenn man bedenkt, dass er 40 Wochen in Mamas Bauch, mit ihr verbunden war und somit ganz nah an ihr dran.
So ein plötzlicher Wechsel von dem warmen Fruchtwasser in denen das Baby fast schwerelos, autonom und selbstständig alles gemacht hat was im gerade in den Sinn gekommen ist zu der hellen, kalten, mit vielen Reizen durchzogenen Welt, kann ganz schön belastend für ein Baby sein. Da wundert es einem nicht, dass sie ganz nah an Mama sein wollen, das was ihnen aus ihrer vertrauten Welt geblieben ist.

Seid also nachsichtig mit diesem kleinen neuen Menschlein. Er soll und darf ganz nah bei euch sein. Egal womit euch andere verunsichern wollen!

Besuch im Wochenbett:


Es ist verständlich, dass Familie und Freunde das neue Familienmitglied kennen lernen wollen. Jedoch sollte sich jeder selbst an der Nase nehmen, in Geduld üben und der jungen Familie Raum und Zeit geben.
Mutter und Baby müssen sich erst beim Stillen einspielen, viele Babys aber auch Mütter überfordert der zeitige Besuch. Ein schmerzhafter Milchstau kann die Folge sein oder die Milch sogar ausbleiben.
Die Hormonsituation ändert sich schlagartig, der berühmte Babyblues kann einsetzen und Mutter und Baby sind erschöpft und müde. Da ist einem nicht wirklich nach Besuch, sondern eher nach Ruhe.
Sagt am besten schon im Vorfeld, dass ihr euch meldet, wenn für euch Besuch in Ordnung ist und das ihr keine Überraschungsbesuche wünscht.
Ja. Einige werden vielleicht enttäuscht sein. Aber es geht jetzt um euch, um das Ankommen in der neuen Situation, ums zur Ruhe kommen.
Wenn ihr wirklich bereit seid für Besuch plant maximal 1 Besuch/Tag ein und kündigt gleich eine maximale Besuchszeit an.
Am besten machen sich der Besucher gleich nützlich. Teilt sie ruhig ein.
Sie sollen etwas zum Essen mitbringen, euch bekochen, die Wäsche waschen/aufhängen oder Staubsaugen.
Hier wird sich sehr schnell zeigen wer euch unterstützen möchte und wer einfach nur für "Babywatching" kommen möchte und es sich bequem machen möchte.
Aber ihr seid es dem es bequem und einfach gemacht werden muss im Wochenbett.
Wochenbett ist Wochenbett. Die meiste Zeit im Bett mit eurem Baby und bestenfalls mit eurem Partner.
Kein Haushalt, kein kochen, kein "ich muss". Vielleicht kleine, langsame Spaziergänge mit eurem Zwerg.
Das Baby wird auch viel Schlaf benötigen genauso wie ihr. Lasst euch die erste Zeit bedienen. Das ist in Ordnung. Ihr müsst so kurz nach der Geburt noch nicht funktionieren!

Wochenfluss:

Euch wird der sogenannte Wochenfluss im Wochenbett begleiten. Dort wo die Plazenta mit eurer Gebärmutter verwachsen war ist nun eine Wunde. Zudem reinigt sich die Gebärmutter und stößt Blut und Wundsekret aus.

Das kann die ersten Tage/Wochen ganz schön viel sein.
Lasst euch nicht irritieren. Viele Frauen müssen anfangs 2 bis 3 Wöchnerinneneinlagen übereinanderlegen und diese häufig wechseln.
Auch werdet ihr Bekanntschaft mit Koagel machen. Das ist einfach nur gestocktes Blut. Kein Grund zur Sorge. Alles normal.

Pflege im Wochenbett

Wichtig ist, dass ihr keine Tampons oder Menstruationstassen verwendet.

Achtet darauf, dass ihr regelmäßig und ausgewogen esst und viel trinkt. Alleine das Stillen verbraucht ca. 600kcal/Tag.

Die ersten Toilettengänge können unangenehm sein. Es empfiehlt sich die erste Zeit unter der Dusche zu urinieren oder mit einer vollen Wasserflasche auf die Toilette zu gehen. Solltet ihr Geburtsverletzungen haben beim Stuhlgang nicht zu stark zu pressen und die Beine angehockt auf einen Schemel abzustellen.

Viel Trinken und Magnesium macht zudem den Stuhl weicher und Arnica Globuli unterstützen die Wundheilung.

Auch bei eurem Baby werdet ihr so einiges bemerken. So kommt es bei Mädchen häufig zu ihrer "ersten Menstruation". Das heißt, dass sie leicht aus der Scheide bluten können. Das Stückchen Bauchnabel wird in den ersten Tagen/Wochen nach der Geburt abfallen. Achtet darauf, dass der Teil außerhalb der Windel ist damit gut Luft dazu kommt.

Vielleicht fällt euch bei eurem Baby die sogenannte "Hexenmilch" auf. Das ist einfach eine Milchabsonderung aus den Brustwarzen des Babys.

Zudem können bei Mädchen die Schamlippen verklebt sein und bei Buben die Vorhaut "eng scheinen". Das löst sich meistens von selbst. Bitte nicht daran herum manipulieren. Man muss weder bei Babys die Vorhaut zurück schieben noch an den Schamlippen herumdoktern.

Deswegen ist es u.a. so wichtig, Kinder mit ihren Genitalien spielen zu lassen. Hierbei lösen sich häufig oben genannte Probleme. Habt einfach ein Auge darauf und beobachtet die Entwicklung.

Babyblues

Im Wochenbett merkt man dann recht deutlich wie sich die Hormonsituation ändert und man eventuell unter dem Babyblues leidet. Das kommt gar nicht so selten vor nur redet niemand darüber.

Man weint viel. Gefühle wie, was ist, wenn meinem Baby etwas passiert, oder mir, habe ich es aus meinem Bauch vertrieben, kann ich ihm überhaupt eine gute Mutter sein über war das notwendig, ich wollte ja unbedingt ein Kind, ich glaube mir ist das alles zu viel und ich liebe mein Baby irgendwie gar nicht, überkommen einem.

Sprecht mit eurem Partner, eurer Hebamme, Mutter, Schwester, Freundin darüber.

Eine gute Unterstützung ist zudem eine Tageslichtlampe.

Sollte sich die Situation nicht innerhalb der ersten Wochen legen holt euch auf jeden Fall professionelle Hilfe.

Euer Leben hat sich von jetzt auf gleich um 180 Grad gedreht. Aber seid euch sicher. In eine wunderschöne Richtung