Hier geht es um Geburtsberichte aus der Sicht der Väter.

Ein sehr spannender und ergreifender Einblick in die Geburt.

Viel Spaß beim Lesen!


Geburtsbericht von Maximilian


‪22:30 - als ich gerade dabei war die Füße meiner Partnerin zu massieren, als wir gerade einen lustigen Film auf Amazon Prime sahen und gemeinsam im Bett lagen, passierte es.‬
‪Aber nicht so wie man das in all den Filmen und Erzählungen hört - kein Schwall voll Wasser sondern nur etwa ein halbes Glas voll Fruchtwasser. Ja - die Fruchtblase war geplatzt - oder besser eröffnet. Das bisschen könnte vielleicht auch Urin vom vielen Lachen sein? Aber nein - sämtliche Muskel die dies bei gesunden Menschen verhindern funktionierten einwandfrei- also doch und unmissverständlich Fruchtwasser.‬
‪Panisch alle Sachen zusammenklauben, Mama, Papa, Oma, Opa anrufen und ab in die Klinik - sicher nicht!‬
‪Erstmal die Hebamme anrufen - achja, das war Rotraud aus dem Geburtshaus Wien Hietzing - wir hatten glaube ich 3 Vorgespräche, das erste unmittelbar nach der frohen Kunde der Schwangerschaft (es ist nie zu früh sich um die passende Hebamme zu kümmern), ein Gespräch in der Mitte des Kindwerdungsprozesses und eines im letzten Drittel. Unglaublich wie viel Sicherheit ein Mensch in so wenig Terminen vermitteln kann - und hey, ich bin konservativ erzogen und aufgewachsen, sowas wie eine Hausgeburt, ambulante Geburt abseits von Ärzten und Klinik war für mich eigentlich unvorstellbar - für meine liebe Frau hab ich mich aber drauf eingelassen diese Gespräche zu führen - wie so oft hat sie Recht behalten (erzählt ihr das bloß nicht!). Rotraud hat innerhalb kürzester Zeit mein vollstes Vertrauen bekommen - die Seniorität und Leidenschaft für ihren Job umgibt sie wie eine Aura und machten jeden meiner Zweifel völlig zunichte. Ergänzend sei gesagt das nur jene Schwangerschaften für diese Art der Geburt zugelassen sind, die „plain vanilla“ sind - also keine Risikofaktoren aufweisen - diese „klassischen“ Geburten sind dort aber tatsächlich goldrichtig.‬
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‪Aber zurück zum Flüssigkeitsverlust - nachdem es unser erstes Kind ist, und trotz bester Vorbereitung mit Filmen, Büchern und Gesprächen - wenn es dann soweit ist, die Nervosität steigt, riefen wir unsere Hebamme an. Sofort war sie erreichbar (und selbst gerade in einem anderen Go-Life) riet sie uns, diese Nacht noch Kräfte zu sammeln. Sie schickte uns direkt in dieser Nacht noch Moni zu uns ins Haus, damit sie mal nach dem rechten sieht - Moni hat das echt super gemacht, hat die Ruhe und Gelassenheit so toll transportiert, das wir uns in dieser Nacht noch daheim ausruhen konnten. Also ich als werdender Vater zumindest, hab wunderbar gebüselt während meine liebe Frau offensichtlich die halbe Nacht durch regelmäßige Wehen weniger Erholungszeit hatte. Aber wir waren über Nacht daheim, haben noch den Koffer in Ruhe gepackt, gebüselt (zumindest ich) und sollten uns in der Früh nach dem Aufstehen bei Moni oder Rotraud melden.‬
‪07:45 meine Frau ertönte, ich erwachte‬
‪Da ich aufgrund des Vorstresses der anbahnenden Niederkunft meiner Tochter etwas transpirierte zog ich es vor, eine Dusche zu nehmen - als ich damit fertig war, hörte ich meine liebe Frau aus der Küche schreien. Beim Eintreffen in der Küche kauerte sie stöhnend am Küchenboden - das hatten wir bereits (nur war es rund 9 Monate her).‬
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‪08:30 - Anruf bei Rotraud: dürfen - sollen - müssen wir denn schon fahren? Meine liebe Frau tönte aus allen Löchern und ich war etwas verunsichert - so laut war sie zuletzt als ich vergessen hatte ihr Schokolade mitzunehmen.‬
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‪Rotraud - gewohnt entspannt riet zu einem Entspannungsbad und einer neuerlichen Kontaktaufnahme in rund 1h.‬
‪Sie meinte auch: deine liebe Frau wird in einen Trancezustand kommen, dann ist es Zeit abzufahren!‬
‪Ergänzend sei gesagt, dass der 13. Bezirk wo sich das Geburtshaus befindet, doch nicht ganz ums Eck ist, da sind sehr viele Ecken dazwischen (dazu später mehr).‬
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‪Also ab ins Bad - da wurden die Laute leiser - es half offenbar.‬
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‪Nach genau 60min, auf und ablauten, vertönen und veratmen der geplante Anruf an Rotraud: „Du, das ist jetzt schon sehr laut und sehr regelmäßig - 1min Wehen, 2 min Pause“‬
‪R: „na dann macht euch jetzt am Weg, ich lass euch derweilen das Bad ein“‬
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‪Ich schrieb meinen Arbeitgeber noch ein nettes Mail das ich heute wohl kein Meeting wahrnehmen könne - ausgenommen jenes mit meiner Tochter.‬
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‪Bis dahin dauerte es aber noch ein bisserl.‬
‪Als wir die Freigabe zum Start von Rotraud hatten, packten wir alle sieben Sachen zusammen, ich schob mir noch eine Schulmaus zwischen die Kiemen, packte Kindersitz, Koffer und meine Frau ins Auto und schon ging es los - es war exakt 09:50 als wir uns in Bewegung setzten. Meine liebe Frau kniend am Rücksitz unseres SUV (DESHALB braucht man sowas auch wenn man nicht ins Gelände fährt!).‬
‪Es war der Donnerstag 03.05.2018 - und offenbar hatten heute alle länger geschlafen - Rush Hour um 10 Uhr Vormittags - die Navikalkulation mit 35min war offensichtlich ohne Verkehr bei Missachtung aller Verkehrsregeln berechnet.‬
‪Unser Weg:‬
‪25km - A22/Gürtel/Wienzeile/Hietzinger Hptstr bis Nr50‬
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‪A22 war frei - Nordbrücke zäher Verkehr (von der Rücksitzbank stetige Kommentierung) - Gürtelauffahrt Stau - bei der Kurve zur AKH Notfallabfahrt dachte ich (und meine liebe Frau noch mehr), das die Kleine nun unten rausschaut, so laut war das Vertönen (am Standesamt hätte ich dann als Ort der Geburt „VOLVO XC90“ angegeben und die Reaktion der Beamten abgewartet)…‬
‪Die Töne wurden lauter, die Anordnungen meiner Frau bestimmter und Isabella dachte bereits, die Kleine würde in wenigen Minuten geboren werden. Da wir ohnehin auf Höhe AKH waren, ließ ich kurz die Bemerkung fallen, das wohl auch das AKH kompetentes Personal hat – meine scherzhaft gemeinte Anmerkung wurde vehement abgelehnt.‬
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‪Zusammengefasst – die Fahrt war eine lange Stop&Go Geschichte die schier endlos schien…‬
‪Aber schlussendlich, kamen wir doch um etwa 11:00 an – im Geburtshaus in Wien 13.‬
‪Glücklicherweise war direkt vor dem Geburtshaus ein Parkplatz frei – auf den notwendigen Parkschein dachte ich dann nicht mehr.
‪Erleichterung machte sich bei mir breit, als Rotraud uns aufmachte – von mir fiel eine Last, die ich gar nicht beschreiben kann – ich war die Fahrt über eigentlich doch recht entspannt – doch beim Geburtshaus angekommen merkte ich, das offensichtlich doch eine ganz schöne Anspannung aufgebaut wurde.
‪Isabella war glaub ich ebenso froh wie ich – Geburtsort Volvo schien auch ihr etwas obskur.‬
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‪Im Geburtshaus dann der erste Schock: Der Muttermund war erst 4cm offen (es fühlte sich für Isabella offensichtlich eher so an als ob sie offen wie ein Scheunentor wäre) – njet – das wird also noch dauern ;)‬
‪Also legen wir eine schöne CD auf legen, das rote Handtuch bereit, zünden die Geburtskerze an.‬
‪Rotraud fragte ob wir etwas zu essen oder zu trinken wollen – das war nicht der Fall (großer Fehler meinerseits hier abzulehnen – meine Gliedmaßen wurden von meiner Frau in weitere Folge nicht mehr freigegeben!!).‬
‪Wir starteten also mit der Kontrolle des Muttermundes und Isabella hüpfte anschließend in die Wanne – wobei hüpfen eine übertriebene Agilität zum Ausdruck bringt die bei einer Hochschwangeren, im Auskugelmodus eher unpassend ist. ‬
‪Die rote große Wanne wünscht man sich auch daheim – eine wirklich große Wanne die zusätzlich beheizt werden konnte – wie sich rausstellen wird, war dies auch erforderlich.
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‪In der Wanne vertönte Isabella einige Wehen und schien in den Wehenpausen in einer Art Trance zu sein – das hinderte sie aber nicht daran, meinen Arm fest zu umschlingen. Immer wieder kontrollierte Rotraud auch die Herztöne der Kleinen – da war alles im grünen Bereich. Es folgte eine Reihe an Wehen mit anschließenden Wehenpausen – Isabella windete sich in der Wanne hin und her, versuchte sich abzustemmen und Erleichterung zu finden indem sie die Positionen wechselte.‬
‪Erleichterung erfuhr ich, als wir von der Wanne auf das Bett wechselten – meine Hand war schon schrumplig vom Wasser, mein Mund trocken weil ich selten zum Trinken kam, das war eine Gelegenheit aufzutanken. Der Muttermund war nun rund 9cm eröffnet. Isabella ging aufs WC und ich begleitete sie – sie war sehr verzweifelt, so hatte ich sie noch nie zuvor gesehen.‬
‪Sie war verzweifelt, kraftlos und mutlos – am WC überrollte sie zudem eine Megawehe – die Wände bebten förmlich beim Vertönen.‬
‪Ich merkte an dieser Stelle, dass Sie nun die volle Unterstützung aller im Raum benötigte – glücklicherweise kam nun auch Anna zur Geburt hinzu – eine Praktikantin die Rotraud unterstützte. Sie war sehr umsorgt, wenngleich auch etwas unsicher, aber das machte nichts, weil sie eine zusätzliche Unterstützung für uns war. Wir gingen also zurück in die Wanne – ich schaute auf die Uhr da wir um 13Uhr Termin beim Gynäkologen gehabt hätten – ich hatte keine Möglichkeit diesen Termin zu stornieren da ich als Ankerpunkt für Isabella da war. Zu diesem Zeitpunkt war es bereits nach 13 Uhr – natürlich kamen in mir auch innerliche Zweifel auf, ist alles ok, soll das, muss das so lange dauern oder ist etwas nicht in Ordnung? Immerhin Dauern in Wehen jetzt schon 13 Stunden an. Meine Blicke zu Rotraud, sie war entspannt, also wurde ich es auch.‬
Immer wieder vertönte Isabella Wehen um dann wieder in Trance zu verfallen und Kraft zu tanken. ‪Mittlerweile waren wir bei den Presswehen angelangt – blöderweise war eine Muttermundslippe zusätzlich im Weg – ich kann nicht wissen wie schmerzhaft es war, als Rotraud die Lippe vorsichtig zur Seite schob, aber die Schreie waren ohrenbetäubend laut. Ich wusste, dass dies eines der Szenarien war, die Isabella insgeheim unbedingt vermeiden wollte, eine Muttermundslippe die den Weg der Kleinen versperrt – in einer der Besprechungen vor der Geburt kam das Thema der Muttermundslippe auf – Rotraud versicherte damals, das sie eine Lösung finden würde, wenn der seltene Fall eintreten sollte. Jackpot – wir waren der seltene Fall – unser Kind wollte, dass wir uns Zeit lassen, das wir geduldig sind.‬

‪Isabella fragte währen der Wehen im Geburtshaus immer wieder, wie lange es noch dauern würde. Rotraud gab keine genauen Zeitangaben – sie bestärkte Isabella aber, dass mit jeder Wehe ein Stückchen weitergeht. Isabella fragte immer wieder nach einer genauen Dauer – einem genauen Zeitpunkt, wann die Kleine denn kommen würde. Rotraud blieb gelassen und versicherte lediglich, dass es heute soweit sein würde. Das war gut, weil ein genauer Zeitpunkt hätte Isabella nach Überschreiten dieses Zeitpunktes nicht geholfen, sondern sie eher verzweifeln lassen – insofern war es gut und richtig keine Zeit zu nennen. Aber es erschien mir wie eine Ewigkeit und ohne Fortschritt – ich hatte den Eindruck es kam Presswehe um Presswehe, aber ohne, dass sich im Geburtsfortschritt etwas tat – da Rotraud ganz entspannt war, keine Hektik aufkommen ließ und uns stets davon überzeugte, das auch mit unserer Kleinen alles ok ist, wussten auch wir, wir müssten die Geduld nun aufbringen und, auch wenn man kein Ergebnis sieht/merkt/messen kann, es dennoch Stück für Stück voranging.‬
‪Es hat also eine ganze Zeit lang gedauert bis wir um etwa 15:00Uhr die Location wechselten – von der Wanne ging es auf den Geburtshocker – Isabella hockte vor mir, ich unterstützte Sie von hinten in dem ich ihr unter die Arme griff, Rotraud vorne, Anna seitlich.‬
‪Die Presswehen hatten aus den ohnehin schmerzhaften Wehen nun einen supergau an Schmerzen erzeugt – zumindest schreite Isabella nun mehr als jemals zu vor. Ich merkte schnell, das nun nicht mehr viel fehlte bis unsere Kleine auf die Welt kommen sollte.‬
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‪Dennoch war es ein Prozess der Wehe um Wehe benötigte. Rotraud baute Isabella nach jeder Wehe auf, das es bald so weit wäre – es muss für Isabella ein irrsinniger Kraftakt gewesen sein – ich merkte das jede Wehe schmerzhafter wurde, noch mehr von Isabella abverlangte. Als eine Wehe besonders schmerzhaft war, war schon das Köpfchen zu spüren und Rotraud führte Isabellas Hand zum Kopf unserer Kleinen – das hat auch Isabella Kraft gegeben weiter stark zu sein. Dennoch war jede neue Wehe noch ärger. Ich merkte, das Rotraud das Besteck zum Durchtrennen der Nabelschnur neben uns vorbereitete – da wusste ich, es würde nicht mehr lange dauern. Dieses Besteck brachte mich in freudige Erwartung und ich musste meine Tränen runterschlucken da ich Isabella nicht verunsichern wollte. Es muss etwa 16 Uhr gewesen sein - ich denke es gab hier noch 3 große Wehen. Die erste war so heftig, dass Isabella voller Schmerz losbrüllte und sich auch körperlich wandte – Ich glaube, sie wäre am liebsten die Decke rauf gelaufen vor lauter Schmerz. Die zweite Wehe war ebenso stark – Rotraud sagte, gleich wäre es soweit. Und bei der Dritten Wehe – eine sehr lange und sehr intensive Presswehe, Isabella wollte aufstehen und „abbrechen“ – genau da kam die Kleine mit einem Satz, am Ende der Wehe raus. Rotraud empfing sie mit ihren Händen und legte sie vor uns nieder – sie war gräulich, schlaff, die Nabelschnur um den Hals und auf den Schultern, ein Nävus auf der rechten Schläfe – ich fühlte eine ziemliche Verunsicherung und Schrecken in mir – ist alles ok, geht es ihr gut, ist ihr was passiert?‬
‪Rotraud sprach ruhig mit der Kleinen, rubbelte mit dem Handtuch über unsere Kleine und schon kam ein erstes Tönchen und ihre Augen öffneten sich – ich atmete auf.‬
‪Die Nabelschnur pulsierte noch einige Male und wurde dann von Rotraud auf beiden Seiten abgeklemmt – ich konnte Sie mit dem bereitstehend Werkzeug durchschneiden – sie war sehr dick und erinnerte mich beim Durchtrennen an einen Gartenschlauch. Die Kleine war bereits auf Isabellas Brust abgelegt und hörte unsere Stimmen und schaute – so gut es ihr möglich war – herum. Die Plazenta kam ohne Schwierigkeit etwa 20 Minuten nach der Geburt. Wir lagen nun gemeinsam im Bett und betrachteten unsere Kleine eine ganze Weile lang – auch das Stillen hat sehr flott geklappt und die Kleine machte schon die ersten Schluck aus der Brust. Etwa 1 Stunde nach der Geburt packten wir schon alle unsere Sachen zusammen und verließen das Geburtshaus mit unserer Kleinen. Viele Bilder hielten diesen Moment fest – ein Erlebnis, das wohl einzigartig ist.‬
‪Ich war sehr überrascht über Isabella – über die gesamte Schwangerschaft hat sie sich in ihrem Wesen verändert und gewandelt. Ein Stückchen ernsthafter ist sie geworden – ganz so, wie es eine Mutter auch sein darf. Sie hat bei der Geburt eine schier endlose Geduld bewiesen und trotz immenser Schmerzen nicht aufgegeben darauf zu vertrauen, dass es immer einen Weg gibt, den man beschreiten kann.‬
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‪Insgesamt ist eine Schwangerschaft ein Prozess, der absichtlich 40 Wochen dauert - in diesen Wochen kommen Zweifel und Ängste auf, werde ich ein guter Papa werden, kann ich meiner Kleinen alles geben was sie benötigt, hab ich so viel Geduld wie notwendig ist, werde ich bei kritischen Themen eine Einigung mit meiner Partnerin finden? Vorweg – keine der Fragen beantwortet sich in den Monaten, vielleicht beantworten sie sich ein ganzes Leben nicht, was in den 10 Monaten allerdings passiert ist ein Zusammenfinden als Paar – wir haben viele Gespräche über Pränatal Diagnostik, Kindererziehung, Lebensführung usw. geführt und auch auch Grabenkämpfe ausgefochten – am Ende bleibt, das wir beide das Beste für unsere Kleine wollen aber niemand beantworten kann, was denn tatsächlich das Beste ist. Es bleibt also ein Abwägen der persönlichen Meinung gepaart mit diversen Studien die zwangsweise auch unterschiedliche Aussagen treffen, Meinungen von anerkannten Experten oder jenen die es besser sein sollten und Stimmen von Anderen, die beiläufig fallen aber das eigene Weltbild manchmal unscharf werden lassen. Ich glaube, das Leben ist, ebenso wie die Schwangerschaft, ein Prozess der eine gewisse Zeit lang dauert aber jedenfalls irgendwann abgeschlossen sein wird. 

Und in diesem Prozess entwickeln wir uns, entwickelt sich unsere Meinung, wir erkennen Fehler und vermeiden Sie später oder wiederholen sie noch ein Dutzend Mal. Wir werden Erfahrener aber nicht immer schlauer – jedenfalls beginnen wir zu erkennen, das am Ende nicht zählt, wer recht gehabt hat sondern mit welcher Überzeugung wir eine Entscheidung getroffen haben – denn ganz egal welchen Weg wir gehen, er wird am Ende zu einem nicht völlig voraussehbaren Ergebnis führen der von viel mehr Dingen beeinflusst ist, als nur durch das eigene Wollen. Anders wäre das Leben auch vorgelegt, planbar und damit völlig uninteressant. Sophia wird uns ab sofort auf diesem Weg begleiten und diesen für immer mitgestalten.