Gastbeitrag von www.meinbauchgefühl.at

Ihr bastelt an eurem Wunschkind und plötzlich ist es soweit. Ihr spürt, dass etwas anders ist und der positive Schwangerschaftstest bringt Gewissheit. Du erwartest ein Baby! Herzlichen Glückwunsch.

Und was nun? Wo fange ich am besten an? Was gibt es zu tun? In meinem Beitrag möchte ich euch eine kleine Checkliste mitgeben, die euch etwas Orientierung über die nächsten Schritte bieten soll.


Die „Klassiker

Ich denke die „Klassiker“ muss ich nicht mehr so detailliert anführen, da diese bei den meisten Schwangeren bekannt und auf den gängigen Seiten rasch zu finden sind. Achtet auf gesunde Ernährung:

Kein Alkohol…auch wenn gemunkelt wird, dass ein Schluck nicht schadet. Alkohol geht über das Blut kaum abgebaut sofort in das im Aufbau befindliche Gehirn eures Babys. Kein Rauchen….jede Zigarette, jeder Zug an der Shisha (auch ohne Tabak oder Rauschmittel) schadet eurem Baby. Ja, besser rasch als schleichend aufhören. Der harte Entzug sei schlecht fürs Baby….längst widerlegt.

Siehe Beitag: Alkohol und Zigaretten in der Schwangerschaft

Bis das Ergebnis des Toxoplasmose-Tests da ist, wird meist empfohlen auf rohes Fleisch, rohen Fisch und Rohmilchkäse zu verzichten. Manche sehen rohen Fisch von guter Zubereitung und Rohmilchkäse als unproblematisch. Lest euch ein, redet mit Fachpersonen und entscheidet danach. Salmonellen sind für das Baby in der Regel ungefährlich. Sie übertragen sich nicht auf das Ungeborene. Bleibt inBewegung (Yoga, Schwangerschaftsgymnastik oder Schwimmen), meidet jedoch Sportarten mit hoher Sturzgefahr (Skifahren).


Sobald ihr eure frohe Botschaft in den Händen haltet, könnt ihr direkt beginnen, euch auf die Geburt vorzubereiten. Die erste Frage, die ihr euch stellen solltet, ist:


1) Wo und wie möchte ich mein Kind zur Welt bringen?

Hierzulande besteht die freie Wahl des Geburtsortes. Möchtest du die Geburt entspannt Zuhause mit einer Hausgeburtshebamme erleben? Bevorzugst du eine Geburtshausgeburt mit Hebamme und Gebärlandschaft in ruhiger Atmosphäre oder tendierst du zu einer Klinikgeburt. Wichtig ist, dass du dich im Vorfeld selbst über alle Varianten informierst und dir ein Bild machst, bevor du die Meinung anderer erfragst. So weißt du schon über Vor- und Nachteile Bescheid. Mehr Informationen dazu findet ihr in meinem Beitrag „Die Wahl des Geburtsortes“.

2) Der erste Gynäkologen-Termin

Du wirst wahrscheinlich vor Ungeduld platzen und deine Schwangerschaft so rasch als möglich vom Facharzt „bestätigt“ wissen wollen. Doch gib euch Zeit. Du bist schwanger! Daran wird auch der Termin bei Gynäkologen nichts ändern.
Bis zur 6./7. Schwangerschaftswoche sieht man häufig noch kein Herzchen schlagen oder es ist sehr schwierig zu finden, was bei Erstschwangeren zu Verunsicherung oder Angst führen kann. Eine entspannte Mami ist für die Entwicklung des Babys jedoch enorm wichtig, da jede Adrenalinausschüttung über dein Blut zum Baby gelangt. Es reicht völlig aus, wenn ihr den ersten Ultraschalltermin beim Gynäkologen um die 9. Woche ansetzt. In dieser Woche ist das Herzchen gut sichtbar und auch Kopf, Arme und Beine sind deutlich zu erkennen. Ein weiterer Vorteil ist, dass ihr in dieser Schwangerschaftswoche wahrscheinlich gleich den Mutter-Kindpass mitbekommen werdet. Anders verhält es sich, wenn ihr eine Vorerkrankung habt, die in der Schwangerschaft medikamentös eingestellt werden muss. In diesem Fall ist ein früher Besuch eures Facharztes ratsam. Die Zeit bis dahin könnt ihr nutzen, um euch über den gewünschten Geburtsort zu informieren, dies (wenn von euch gewünscht) eurem Gynäkologen mitzuteilen und mit der Suche nach einer Wahlhebamme zu beginnen.

Info: In Deutschland können die Kontrolltermine im Rahmen der Mutterkindpassuntersuchungen auch von Hebammen durchgeführt und abgestempelt werden. Dies ist in Österreich leider nicht möglich. Das Nichteinhalten der fünf Pflichtuntersuchungen in der Schwangerschaft führt leider zu einer Kürzung des Kinderbetreuungsgeldes.

3) Eine eigene Hebamme suchen

Ich empfehle hier uneingeschränkt jeder Schwangeren sich eine eigene Hebamme (Wahlhebamme) für die Betreuung in der Schwangerschaft, die Begleitung zur Geburt und die Wochenbett-Nachbetreuung zu suchen. Je nachdem, wo ihr wohnt oder gebären möchtet, kann es schwierig sein, eine Wahlhebamme zu finden. Vor allem in unserem Nachbarland Deutschland gibt es akuten Hebammenmangel, der rasch voranschreitet. Ihr müsst also nicht auf den ersten Termin beim Gynäkologen warten. Beginnt mit der Suche am besten ab dem Zeitpunkt des positiven Schwangerschaftstest. Auch eine Hebamme weiß um die Besorgnis vieler Schwangerer in den ersten 12 Schwangerschaftswochen, zudem steht euch im Falle einer Fehlgeburt/ stillen Geburt ebenfalls Hebammenbetreuung zu. Ich empfehle telefonischen Kontakt aufzunehmen. Über die Stimme bekommt man ein erstes Gefühl der Sympathie.

Und was frage ich die Hebamme? Keine Sorge, erstmal ist es wichtig, ob die Hebamme um den errechneten Geburtstermin (den könnt ihr euch online errechnen lassen) noch Zeit hat und wie sympathisch ihr euch seid. Alles weitere könnt ihr beim ersten, persönlichen Treffen besprechen. Über diese Seite findet ihr Hebammen in eurer Umgebung und alle Informationen, welche Angebote sie haben: HEBAMMENSUCHE

Manche Hebammen bieten bspw keine Geburtsbegleitung an, andere sind auf Hausgeburten spezialisiert.

Ab dem Zeitpunkt, an dem du deine Hebamme gefunden hast, hast du eine kompetente Ansprechperson für eure Schwangerschaft und Geburt an deiner Seite. Wann immer du ab sofort Fragen hast, Unsicherheit verspürst, Rat benötigst, kannst du dich vertrauensvoll an deine Hebamme wenden. Hebammen sind die Spezialistinnen wenn es um das Thema Schwangerschaft und Geburt geht. Und ein persönliches Gespräch mit Spezialistinnen ist einem Blick in Ratgeber oder gar dem Internet immer vorzuziehen.

Hebamme für Kaiserschnitt?
Es kann leider immer Gründe (Indikationen) geben, aus denen schon im Vorfeld ein Kaiserschnitt geplant werden muss. Hier ist zu unterscheiden zwischen absoluter (zwingender) Indikation und relativer (nicht zwingender) Indikation. Ich rate bei einer nahegelegten Empfehlung zum geplanten Kaiserschnitt immer eine zweite Meinung einzuholen. Alleine aus diesem Aspekt heraus ist es hilfreich eine Hebamme an seiner Seite zu haben. Ein vom Gynäkologen als relative Indikation für einen Kaiserschnitt genanntes Geburtsgewicht von über 4500g verunsichert viele Erstgebärende. Nach Rücksprache mit der Hebamme werdet ihr jedoch wissen, dass diese Gewichtsmessungen oft ungenau sind und auch große Babys aufgrund des flexiblen, weiblichen Beckens vaginal geboren werden können.

Wenn ihr den Wunsch nach einem Kaiserschnitt verspürt, kann das kostenlose Hebammengespräch in der 18. – 22. Schwangerschaftswoche diverse Möglichkeiten aufzeigen, andere Perspektiven eröffnen oder euch eine mögliche Angst vor einer vaginalen Geburt nehmen. Nehmt es in Anspruch. Man weiß nie, ob es nicht trotz geplantem Kaiserschnitt spontan losgeht.


Sollte ein Kaiserschnitt unumgänglich sein, bspw wegen einer bis zuletzt bestehenden Plazenta praevia totalis (Plazenta liegt vor dem Muttermund), werdet ihr dankbar sein, dass eure Hebamme bei der OP-Vorbereitung, im OP und beim ersten Schrei eures Babys an eurer Seite ist.

Und was man trotz aller Planung nie weiß: ES KANN DOCH FRÜHER LOSGEHEN!

So könnte es zum Beispiel sein, dass ihr drei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin Nachts von regelmäßigen Wehen geweckt werdet oder das Baby den Startschuss mit einem Blasensprung gibt. Alles ab SSW 37 + 0 ist nämlich keine Frühgeburt mehr. Einige Frauen, die einen geplantem Kaiserschnitt bekommen, „sparen sich“ einen Geburtsvorbereitungskurs. Aber wie gehe ich nun vor? Es geht ja doch spontan los. Wie gehe ich mit den Wehen um? Was mache ich nun nach dem Blasensprung? Und dafür ist eure Hebamme da. Sie hat euch bestimmt schon auf diese Eventualitäten vorbereiten und nun könnt ihr sie zur weiteren Vorgehensweise kontaktieren.

Ebenso dankbar werdet ihr für eine eigene Hebamme sein, wenn es zu einem ungeplanten Kaiserschnitt unter der Geburt kommt. Sie ist es, die euch erklärt, was passiert, sich darum kümmert, dass euer Baby (wenn fit genug) im OP bei euch bleiben darf, ihr kuscheln könnt, du abgelenkt vom Geschehen bist. Sie wird euch beim ersten Anlegen (was mit Narbe nicht so einfach ist) unterstützen und eure Ansprechperson für Fragen in der Säuglingspflege sowie eine mentale Stütze im Wochenbett sein.

Egal ob Kaiserschnitt oder natürliche Geburt – es ist schön, wenn ihr danach mit jemandem über das Erlebte sprechen könnt, die Geburt reflektieren könnt. Wann immer Fragen auftauchen, braucht ihr nur eure Hebamme zu kontaktieren. Sie kann euch daheim besuchen und ihr erspart euch den ein oder anderen Besuch beim Kinderarzt, den Erstlingseltern aus Unsicherheit sonst öfter antreten würden.

4) Und ohne Wahlhebamme?

Solltest du dich gegen eine Wahlhebamme entscheiden, empfehle ich dir deine bevorzugten Geburtsorte persönlich zu besuchen. Schnuppert hinein, wie ihr euch beim Betreten dieses Ortes fühlt, lernt die Vorgehensweisen/Richtlinien kennen und schreibt einen Geburtsplan mit euren Bedürfnissen, den ihr beim letzten Kontrolltermin vor der Geburt besprecht und bei der Geburt abgebt. Ich empfehle euch sehr, auch hier, trotzdem das gratis Hebammengespräch zwischen der 18. und 22. Woche in Anspruch zu nehmen. Oft kann euch eine Hebamme einen (aus Erfahrung geschöpften) Denkanstoß geben, der dir neue Sichtweisen eröffnet oder Vorhaben überdenken lässt.

Macht euch bewusst, dass ihr euch ohne Wahlhebamme bei der Geburt in fremde Hände begebt, in einer Situation die völlig neu für euch ist. Was richtig oder falsch ist, wird für euch als Laie schwer zu unterscheiden sein. Viele Frauen berichteten von ihren Krankenhausgeburten, dass sie bei gewissen Eingriffen das Gefühl hatten, sie wären nicht notwendig oder gar falsch gewesen. Aufgrund mangelnder Fachkenntnis trauten sie sich aber nicht zu hinterfragen oder wurden einfach nicht gehört. Häufig stellt sich bei Nachsorgegesprächen heraus, dass ihr Bauchgefühl richtig war. Mit einer Wahlhebamme an der Seite, können solche Erlebnisse vermieden werden. Denn es ist nicht normal, dass eine natürlich ablaufende Geburt mit Wehenmittel beschleunigt und der Geburtsablauf derart durcheinander gebracht wird, dass es zu einer Pathologie kommt. Es ist also meist kein Versagen des weiblichen Körpers, sondern das Ergebnis von Interventionen, die den natürlichen Geburtsablauf gestört haben. Das Wissen über einen natürlichen Geburtsablauf scheint in vielen Kliniken verloren gegangen zu sein. Wenn der Körper sich und dem Baby eine Pause zum Kraftschöpfen gönnt, ist das kein Geburtsstillstand, der durch Wehenmittel angekurbelt werden muss. Die Pause hat einen wichtigen Sinn! Erholung von Mutter und Kind für den Endspurt. Hättet ihr das gewusst?

Unter der Schwangerschaft kann auch dein Gynäkologe ein fachlichkundiger Ansprechpartner sein. Bedenke jedoch, dass im Rahmen einer Mutterkindpass-Untersuchung meist nicht ausreichend Zeit für ausführliche Gespräche ist. Zudem ist ein Gynäkologe ein Arzt, der meist dann zu Geburten gerufen wird, wenn es brenzlig wird oder ein Kaiserschnitt notwendig ist. Bei einer unproblematischen Geburt wird kein Arzt benötigt. Dass seine Sicht auf eine Geburt eine andere ist, als jene einer Hebamme, ist nur zu verständlich.

In manchen Kliniken gibt es keine Möglichkeit, Wahlhebammen mitzunehmen. Wege ab, ob dies der richtige Geburtsort für dich und dein Baby ist. Sollte es aufgrund von Vorerkrankungen nicht möglich sein, anderorts zu gebären, könntest du überlegen, eine Doula mit zur Geburt zu nehmen. Mehr zum Aufgabenfeld einer Doula bald in einem anderen Beitrag.

5) Die Anmeldung zur Geburt

Je nachdem für welchen Geburtsort du dich entschieden hast, solltest du dich dort bis zu einer bestimmten Schwangerschaftswoche zur Geburt angemeldet haben. Während man in privaten Kliniken relativ lange Zeit hat, sollte man sich in Geburtshäusern und Vertragsspitälern sehr rasch anmelden (am besten bis zur 10. oder zumindestens vor der 12. Schwangerschaftswoche). Wenn du dich für eine Wahlhebamme entschieden hast, wirst du dich vorab über die möglichen Geburtsorte mit ihr beraten. Nicht jede Hebamme kann in jede Klinik mitgehen. Entscheidest du dich für eine Hausgeburt, wirst du mit der Hausgeburtshebamme besprechen, wann ihr euch in einer Backup-Klinik anmeldet.

6) Einen guten Geburtsvorbereitungskurs suchen

Ja es gibt so viele Geburtsvorbereitungskurse. Jede Klinik bietet einen an, viele Hebammen bieten einen an, da gibt es Hypnobirthing Kurse, Positive Birth-Kurse, einen Instinctive Birth-Kurs. „Puh….und welcher ist der richtige für mich? Außerdem ist das ganze Gehechel notwendig? Die bei der Geburt werden schon wissen, was zu tun ist.“

WICHTIG

Übernehmt die Verantwortung für eure Schwangerschaft, euer Baby, euren Körper, eure Geburt. Informiert euch und bereitet euch vor. Wenn ihr über ein Thema Bescheid wisst, könnt ihr mitreden, wird euch schwer jemand etwas einreden, könnt ihr besser mitbestimmen. Wenn ihr wisst, was mit eurem Körper, eurem Baby und eurer Psyche unter der Geburt passiert, kann euch weniger überraschen, können Ängste bearbeitet/ausgeräumt werden.

Meine Erfahrung ist, dass die klassischen Geburtsvorbereitungskurse, die von Kliniken angeboten werden, hauptsächlich die „Geburtsmechanik“ erklären. Bei diesem Wehenabstand fahrt ihr los, diese Schmerzmittel gibt es, so tritt das Baby durch den Geburtskanal, diese Gebärpositionen könnt ihr einnehmen, so sieht der Kreißsaal aus. Nicht uninteressant, aber es geht viiiiel besser.

Ich selbst kann euch jene Kurse empfehlen, die eher „esoterisch“ anmuten: wie Hypnobirthing, Positive Birth, Instinctiv Birth. Der grundlegende Unterschied ist, dass dort auch die mentalen Phasen der Gebärenden unter der Geburt durchgegangen werden. Freude, Verzweiflung, Aufgabe, Loslassen, Hingabe. Warum es so wichtig ist, dass die Geburt genauso abläuft, wie sie abläuft. Wie man mit bestimmten Atemtechniken, Gedanken und Bewegungen besser mit den Wehen arbeiten kann. Sehr viele wichtige Informationen, die in meinem klassischen Geburtsvorbereitungskurs nicht einmal angeschnitten wurden. Ich hatte mich für „Instinctive Birth – Geburt aus eigener Kraft“ entschieden und war hellauf gegeistert. Die Informationen hatten mich angstfrei und in einem Hochgefühl durch die Geburt begleitet und sie zu einem wunderschönen Erlebnis gemacht. Gerne empfehle ich euch gute Geburtsvorbereitungskurse. Denn wenn man weiß, wie und wann etwas warum genau so passiert, kommt keine Verunsicherung auf.

7) Lektüre zum Thema Schwangerschaft und Geburt

Auch hier gibt es soooo viele Ratgeber. Es gibt die lustigen, die coolen, die kurzen und knackigen und die richtig guten, gesamtheitlichen Schwangerschaftsratgeber. Okay, jeder findet etwas anderes gut. Trotzdem möchte ich hier einige Empfehlungen für euch ausprechen:

  • Die selbstbestimmte Geburt (von Hebamme Ina May Gaskin) – Das Vertrauen in den eigenen Körper wird gestärkt und die Geburt von ihrer natürlichsten Seite beleuchtet, Mythen werden ausgeräumt
  • Die Hebammensprechstunde (von Hebammen Ingeborg Stadelmann) – Gute Einstiegslektüre, die alle Themen dieser besonderen Zeit von der natürlichen Seite beleuchtet
  • Das Geburtsbuch (von Nora Imlau) – besonders empfehlenswert für Erstgebärende, da es alle wichtigen Themen kompakt zusammenfasst und erklärt
  • Instinctive Birth (von Geburtamentorin/Doula Isabella Ulrich) – Die eigene Kraft zu gebären entdecken und die Geburt als Ganzes begreifen und sich richtig vorbereiten
  • Meine Wunschgeburt (von Hebamme Ute Taschner, Kathrin Scheck) – Speziell für die Vorbereitung auf Geburten nach Kaiserschnitt mit wichtigen Zahlen, Daten und Fakten

Zwar kein Buch, aber ein ganz toller und informativer Film zum Thema „sichere Geburt in der heutigen Zeit“. Er fasst so wunderbar all das zusammen, was eine Schwangere wissen sollte um eine schöne Geburt zu erleben. Er kann gekauft, gestreamt und in ausgewählten Kinos angesehen werden: Die sichere Geburt von Carola Hauck


Und ein paar Geheimtipps für euch von „Mein Bauchgefühl“:

Haltung

Achtet auf eure Haltung (krummes Sitzen, Couchlümmeln oder überkreuzte Beine können dazu führen, dass euer Baby eine ungünstige Position für die Geburt einnimmt). Mehr dazu findet ihr im Netz unter: Spinning babies.


Ultraschall

Meidet zu häufige Ultraschall-Untersuchungen. In der Schwangerschaft sind drei von der Krankenkasse gezahlten Ultraschall-Untersuchungen im Mutterkindpass vorgesehen. Immer mehr Institutionen bieten „Baby-TV“ als 3D-4D-Ultraschall an. Mit „Baby-TV“ meine ich zusätzliche, nicht-medizinische Ultraschall-Termine, die rein dem Betrachten des Ungeborenen dienen. Auch GynäkologInnen bieten „Pakete“ an, die bei jeder Untersuchung in der Schwangerschaft einen Wunsch-Ultraschall beinhalten.

Studien der Yale University belegen, dass die Ultraschallwellen der heute zur Schwangerschaftsdiagnostik eingesetzten Geräte bei ungeborenen Mäusen hirnschädigend wirkten. Die Auswirkungen auf den menschlichen Fötus sind noch nicht ausreichend erforscht. Fakt ist, dass die „Unbedenklichkeitstests“ von US-Geräten schon Jahre zurückliegen und die Leistung der heute verwendeten Geräte immer stärker und in diesem Umfang nicht berücksichtigt wird. Ab 2021 wird Nicht-medizinischer Ultraschall verboten sein!

Bewusst

Erlebt die Schwangerschaft bewusst und in Kontakt zu eurem Baby. Die Zeit ist so schnell vorbei….und ja, sie wird euch fehlen. Lasst Babybauchfotos machen, fertigt einen Gibsabdruck an oder heißt euer Baby mit einer Babyparty oder der wunderschönen „Blessingway Zeremonie“ in eurer Familie willkommen. Das alles sind wunderschöne Erinnerungen an eine ganz besondere Zeit.

Keine Angst

Lasst euch keine Angst machen. Wir haben es selbst erlebt…bei beiden Kindern. Bei der Pränataldiagnostik (Nackenfaltenmessung, Organscreening) entsprachen einzelne Messungen nicht exakt der Norm und schon wurde uns zu weiteren, teils großen Untersuchungen geraten. Da es sich für uns falsch anfühlte, informierten wir uns und lehnten ab. Beide Kinder kamen gesund zur Welt. Holt Zweitmeinungen ein und verfallt nicht in Angststarre. Mehr dazu in meinem Beitrag „Fluch und Segen der Pränataldiagnostik“.

Ebenso können beängstigenden Geburtsberichte anderer Mamis verunsichern. Jede Geburt ist anders, jeder bereitet sich anders vor, jeder hat andere Menschen um sich.

Partner

Holt euren Partner mit ins Boot. Für Männer ist es noch schwieriger zu begreifen, was in eurem Körper und Kopf passiert. Wenn ihr eine eigene Hebamme habt, geht gemeinsam zu den Terminen. Sie kann eurem Partner sehr gut vermitteln, was in euch vorgeht und wie er aktiv in der Geburt eures Kindes mitwirken kann. Manche Männer sagen, dass sie garnicht unbedingt bei der Geburt dabei sein müssen, da sie das Kind ohnedies noch ein Leben lang haben. Doch das gemeinsame Erlebnis der Geburt schweißt ein Paar zusammen und erleichtert das gemeinsame Elternwerden. Die weiter oben von mir empfohlenen Geburtsvorbereitungskurse beinhalten Partnertermine. Wenn euch die Vorstellung der Anwesenheit eures Partners bei der Geburt unangenehm ist, überdenkt, ob er wirklich dabei sein soll. Hemmung führt zu Verkrampfung der Muskulatur (also auch des Muttermundes), welcher sich dann nur schwer öffnen wird. Ihr seid euch nicht sicher?

Hier ein simpler Test: Könnt ihr in der Gegenwart eures Partners kacken? Wenn nein, sollte er nicht bei der Geburt anwesend sein.

Anus sowie Muttermund sind Schließmuskeln, die sich bei Hemmung nicht öffnen können. Siehe auch: Das Gesetz der Schließmuskeln. Ihr könnt stattdessen vielleicht eine vertraute Freundin, Doula oder andere Vertrauensperson mit zur Geburt nehmen.

Familie

Lasst euch von Freunden und Familie nicht unter Druck setzen. Die Freude über die Schwangerschaft oder das Baby ist natürlich riesengroß. Dennoch sollten Entscheidungen über Untersuchungen, Geburtsort, Geburtsmodus (Art der Geburt), Besuchszeiten im Wochenbett und Omas Kuscheleinheiten mit dem Neugeborenen von Mama und/oder Papa getroffen werden. Mag die Enttäuschung oder Angst auch erstmal groß sein, müsst ihr euch dessen bewusst sein, dass ihr und euer Baby mit dieser Entscheidung leben müsst. In dieser wichtigen Zeit zählen die Bedürfnisse von Baby, Mama und Papa.

Hinterfragt

Hört auf euer Bauchgefühl. Wenn euch eine Sache Unbehagen bereitet oder unklar ist, hinterfragt. In der Schwangerschaft und unter der Geburt werdet ihr in Situationen kommen, in denen ihr Entscheidungen treffen müsst. Wird euch zu einer Maßnahme geraten, deren Folgen ihr nicht einschätzen könnt, solltet ihr Fragen stellen bis ihr Klarheit habt. Dabei ist „VRANNI“ ein gutes Werkzeug um medizinischem Personal auf Augenhöhe zu begegnen und als mündige, verantwortungsbewusste Erwachsene wahrgenommen zu werden. Durch einen sachlichen Dialog kannst du dein Recht auf Information vertreten um mit gutem Gefühl entscheiden zu können.

Der Urheber der VRANNI- (oder VRAIN-) Methode ist nicht bekannt.

VRANNI
V = Vorteile = Welche Vorteile hat es, wenn die vorgeschlagene Maßnahme angewendet wird?
R = Risiken = Welche Risiken bestehen?
A = Alternativen = Gibt es Alternativen? Welche?
N = Handelt es sich um einen Notfall?
N = Nichtstun = Was passiert, wenn nichts unternommen wird?
I = Intuition = Was sagt das Bauchgefühl der Gebärenden/Eltern?

Und nun genießt eure Schwangerschaft zusammen mit eurem Partner und eurem Baby.