Schwangerschaft und Geburtsvorbereitung:

In der Schwangerschaft begegnen uns Frauen viele neue Themen. Gerade hielten wir noch den positiven Schwangerschaftstest in den Händen, machen wir uns nun schon einige Gedanken zum Thema Pränataldiagnostik, Gynäkologentermine, Wahlhebamme ja/nein, Geburtsort und die Geburt selbst?
Eine der häufigsten Fragen ist, wie kann ich mich am besten auf die natürliche Geburt vorbereiten. Auf der einen Seite gibt es die Vorbereitung des Körpers und auf der anderen Seite die mentale Vorbereitung, sprich psychische Vorbereitung auf die Geburt, die auch ein wesentlicher Faktor ist.


Am Anfang ist es nicht selten der Fall, dass wir Frauen erstmal mit der neuen Situation überfordert sind. Die Hormone spielen verrückt, vielleicht ist uns kotzübel oder wir müssen häufig erbrechen und fühlen uns eigentlich gar nicht wie in der "GUTEN" Hoffnung.

Zudem müssen wir uns schon sehr zeitig mit Themen auseinander setzen für die es uns gefühlsmäßig viel zu früh erscheint. Ja, es fühlt sich komisch an mit dem positiven Schwangerschaftstest bereits erste Hebammenerstgespräche zu organisieren. Jedoch sind sehr viele Hebammen schnell ausgebucht. Wir hatten bereits in der 5. Schwangerschaftswoche unser Erstgespräch und mit Rotraud gleich eine Punktlandung. Wenn man aber Termine mit verschiedenen Hebammen ausmacht und vielleicht nicht gleich die Erste oder Zweite zu euch passt, nimmt das auch eine gewisse Dauer in Anspruch. Das solltet ihr einplanen.

Welche Themen kommen auf euch zu?

  • Wahlhebamme ja oder nein?
  • Pränataldiagnostik ja/nein/nur ein Teil des üppigen Angebotes am Markt?
  • Geburtsort - Klinik, Geburtshaus, Hausgeburt?
  • Ernährung/Medikamente in der Schwangerschaft
  • Geburtsvorbereitung - Kurse, Lektüre, Utensilien,...
  • Equipment - Was benötige ich für die erste Zeit im Wochenbett, für die Geburt, ...
  • "Dickes Fell" - jeder will seine Meinung kundtun, euch eventuell etwas einreden/ausreden und vielleicht sogar Angst machen. Am besten eignet ihr euch viel Wissen an damit ihr in eurer Mitte bleibt, keine Angst aufkommt, ihr ganz klar Bescheid wisst und Zusammenhänge erkennen könnt. Häufig sparen Frauen nicht mit der Erzählung ihres Geburtserlebnisses und so wird häufig Erstlingsmamas Angst gemacht. Auch ich musste die Erfahrung, als ich frisch schwanger war machen, dass es in meinem Familien- und Bekanntenkreis niemanden gab der eine natürliche, interventionsfreie Geburt erleben durfte. Man bekam fast den Eindruck, Frauen sind nicht mehr in der Lage ohne Hilfe zu gebären und es läuft fast immer auf einen Kaiserschnitt hinaus. Was natürlich Blödsinn ist. Bei genauem Nachfragen erkannte ich viele Faktoren die ungünstig gelaufen waren und jede Intervention verlangte nach einer weiteren Intervention. (Dazu mehr im Artikel "die Geburt")
  • Holt euren Partner ins Boot - Redet über eure Gedanken, Wünsche und Ängste. Schaut/Lest gemeinsam Lektüre, die euch eure Ängste und Unsicherheiten nehmen. Im Übrigen sind die Hebammengespräche auch für Papa da, um Fragen und Zweifel aus dem Weg zu räumen. An die werdenden Papis kann ich nur sagen. Stellt euch euren Ängsten und versucht eure Partnerin in ihren Wünschen zu unterstützen. Sie wird die Jenige sein, die euer Kind gebären wird. Sie muss sich mit ihrer Entscheidung wohl fühlen und sich an ihrem gewählten Geburtsort geborgen fühlen. Es bringt nichts, wenn sie euch zu liebe eine andere Entscheidung trifft, weil ihr Angst habt.

Zu den Themen möchte ich euch gerne auf den Beitrag von Alexandra von www.meinbauchgefühl.at verweisen. Sie hat ausführlich alle Themen in dem Beitrag "schwanger - und jetzt?" behandelt

Körperliche Vorbereitung:

- Schwangerschaftsyoga

Um den Körper und die bei der Geburt beteiligte Muskulatur möglichst gut auf die Geburt vorzubereiten, empfiehlt sich Schwangerschaftsyoga.
Verspannte Muskeln sind keine guten Helfer bei der Geburt. Vor allem die Bauch-, Becken- und Hüftmuskulatur, sowie der Beckenboden tragen einen wesentlichen Anteil an der Geburt.
Der Beckenboden hat drei Aufgaben:
- Entspannen
- Anspannen
- reflektorisches Gegenhalten als Antwort auf eine Druckerhöhung im Bauchraum

Durch das Yoga wird nicht nur eure Muskulatur entspannt und gedehnt, sondern ihr entschleunigt auch mental und geht mit eurem Bauchwunder in Kontakt.

Zusätzlich unterstützt Yoga die Babys aus einer Beckenendlage (Popo unten) in die Schädellage (Kopf unten) zu drehen.


- Osteopathie/ Caniosacral Therapie
Manuelle Behandlungen und Lösung von Blockaden. Die meisten Menschen haben Blockaden. Im Alltag lässt es sich mal besser und mal schlechter damit leben. Häufige Kopfschmerzen, Rücken- oder Hüftschmerzen sind die Folge.

In der Schwangerschaft kann eine Blockade aber z.B. verhindern, dass sich das Baby in Schädellage dreht oder keine Wehen losgehen können.

Die Behandlungen sind angenehm, ihr könnt richtig entspannen und mit eurem Bauchwunderin in Verbindung gehen.

Es empfiehlt sich nicht nur zur Geburtsvorbereitung, sondern auch schon davor zu Behandlungen zu gehen, damit erst gar keine Probleme auftauchen.

Sucht euch aber unbedingt Therapeuten, welche Erfahrung mit der Behandlung von Schwangeren haben.

- Geburtsvorbereitende Akupunktur

Bei der Akupunktur werden Organe über Energiebahnen, den sogenannten Meridianen, angesprochen.

Hierfür werden mit ganz dünnen Nadeln bestimmte Punkte gesetzt undca. 20 bis 40 Minuten dort belassen. Es fühlt sich beim Setzen wie ein Gelsenstich an. Wirklich nicht schlimm. Danach nehmt ihr sie nicht mehr war.

Hierbei wird eure Gebärmutter, euer Muttermund und das ganze Gewebe angesprochen und weich.

Oft haben Hebammen eine Zusatzausbildung in Akupunktur und bieten schwangerschafts begleitende Akupunktur (gegen Übelkeit, Kopfschmerzen, ...) und geburtsvorbereitende Akupunktur ab der 35. Schwangerschaftswoche an.

Auch werden bei der Akupunktur Babys dazu animiert, sich aus der Beckenendlage in die Schädellage zu drehen.


- Louwen Diät
Hierbei handelt es sich um eine Ernährungsform in der die Schwangere die letzten 6 bis 8 Wochen vor der Geburt keine Produkte aus Weißmehl und Industriezucker isst.

Diese sind z.B. Pizza, Pasta, Gebäck, Süßigkeiten, Softdrinks, ...

Warum?

Durch den Verzehr dieser Nahrungsmittel steigt der Insulinspiegel im Blut. Das Insulin stetzt sich an die Andockstellen (Rezeptoren), an denen eigentlich das Geburtshormon Prostaglandine ansetzen sollte, um:

- die Geburt einzuleiten

- Wehen enstehen zu lassen

- Schmerzen zu lindern

- das Gewebe weich zu machen

Sitzt nun Insulin an diesen Rezeptoren, können die Prostaglandine nicht andocken und schwirren frei im Blut herum.

Dadurch kommt es zu Problemen in den oben genannten Punkten.

Wenn ihr auf die oben genannten Produkte verzichtet, sind die Rezeptoren frei und die Prostaglandine können ihre Arbeit tun.


- Heublumendampfbäder

Die Geburtsvorbereitung mit einem Heublumensitzbad/Dampfbad wird von vielen Hebammen empfohlen.

Das Dampfbad unterstützt den natürlichen Prozess vor der Geburt, das Gewebe weich zu machen. Was für eine Geburt benötigt wird.

Die Empfehlungen ab wann am besten mit dem Bad begonnen wird gehen stark auseinander und ist auch von mehreren Faktoren abhängig.

Wer im Gefühl hat, dass es schon früher losgehen könnte (wie bei uns 37+5 spontan), der kann schon vor der 37.SSW anfangen.

Jedoch nicht vor der 35.SSW .

Ihr kocht die Heublumen mit Wasser auf, lasst sie ein wenig "auskühlen" und stellt das Gefäß IN die Toilette und setzt euch wie gewohnt auf die Toilette.

Der Dampf soll angenehm warm sein und ihr bleibt nur so lange oben wie es euch angenehm ist.

Empfehlungen lauten ca. 20 min.

Am besten besprecht ihr die Anwendung mit eurem Facharzt oder Hebamme.


- Himbeerblättertee

Dieser Tee wird aus den getrockneten Blättern des Himbeerstrauchs gewonnen. Er unterstützt euren Beckenboden und das Gewebe, sich in den letzten Wochen der Schwangerschaft optimal auf die Geburt vorzubereiten. Zudem kann eine Tasse Tee mit einem guten Buch entspannend auf euch wirken. Eine entspannte Mutter und ein dadurch entspanntes Baby sind die optimale Voraussetzung für eine schöne Geburt.

Da Himbeerblättertee auch eine Wehen auslösende Wirkung nachgesagt wird, empfehlen wir diesen nur in Absprache mit eurer Hebamme zu nehmen. Die richtige Dosierung sowie der zeitgerechte Beginn der Anwendung sind genauso wichtig wie die korrekte Zubereitung. Außerdem ist Himbeerblättertee gesund, da er reich an Vitamin C, Kalcium und Eisen ist. Kräutertees sind generell als Arzneimittel anzusehen und daher in der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach Absprache mit Fachpersonal einzunehmen/mit großer Umsicht anzuwenden.

So könnte z.B. eine Einnahmeempfehlung eurer Hebamme oder eures Facharzt aussehen:

35.SSW 1 Tasse/Tag

36.SSW 1-2 Tasse/Tag

37.SSW Pause

38. SSW 2-3 Tassen/Tag

39. SSW Pause

40. SSW 3-4 Tassen/Tag


- Datteln

Die Dattel ist ein richtiges Superfood. Sie versorgt euch mit extrem viel Energie, als auch mit Vitaminen, Ballaststoffen und Mineralien. Zudem enthält sie wichtige Antioxidantien und Tryphtophan, welches im Körper in Melatonin umgewandelt wird und beruhigend auf eure Psyche , als auch schlaffördernd wirkt.

Nährwert pro 100g - 268 kcal

Fett 0 g

Kohlenhydrate 62 g

Davon nat. Zucker 49 g

Eiweiß 2 g

Salz 0 g

Ballaststoffe 5 g

Vitamine A, B1, B2, B6, C, D, E, K

Mineralien je 100 g

Calcium 83,4 mg 7,6%

Kohlenhydrate 62 g

Phosphor 77,5 mg 12,9%

Eiweiß 2 g

Zink 0,7 mg 9,3%

Mangan 0,5 mg 18,3%

Kupfer 0,4 mg 42,5%

Molybden <0,1 mg <100%

Quellen Vitamine: www.vitamine.com, www.drjokargesundheitsinstitut.de | Quelle Nährwerte: Laborbefund von Dattelbär

Eine Studie an der jordanischen University of Science and Technology in Irbid zeigte folgendes Ergebnis:

Die schwangeren Frauen, welche tgl. ab der 36.SSW 6 Datten aßen, hatten bei Beginn der Geburt einen größeren Muttermundsbefund und eine um fast 50% kürzere Eröffnungsphase, als die Schwangeren, welche keine Datteln gegessen hatten.

Ebenso war bei den meisten Schwangeren der "Dattelgruppe" die Fruchtblase noch in Takt und diese benötigten auch signifikant geringere Unterstützung durch wehenfördernde Mittel oder gar eine Einleitung. Insgesamt gingen die Geburten bei der "Dattelgruppe" eher los.

In Zahlen:

  • 69 Frauen ab der 36. Schwangerschaftswoche sechs Datteln pro Tag
  • 45 Frauen ohne Konsum von Datteln
  • Muttermundsbefund: "Dattelgruppe" 3,52 cm vs. "Nichtdattelgruppe" 2,02 cm
  • Intakte Fruchtblase: "Dattelgruppe" 83 % vs. "Nichtdattelgruppe" 60 %
  • Beginn der Wehen spontan: "Dattelgruppe" 96 % vs. "Nichtdattelgruppe" 79 %
  • Wehenunterstützende Mittel: "Dattelgruppe" 28 % vs. "Nichtdattelgruppe" 47 %

Achtet beim Kauf eurer Datteln darauf, dass sie möglichst frisch sind und sie nicht "künstlich" getrocknet wurden. Meistens werden die Datteln mit Schwefel oder Zucker behandelt, oder es wird ihnen Flüssigkeit entzogen. Was wiederum einen viel höheren Zuckerwert als Folge hat.

Deswegen haben wir die unbehandelten Datteln von Dattelbär.

750 g BIO DATTELN Box

- Dammmassage

Bei der Dammmassage geht es darum den Dammbereich "anzusprechen". Der Damm ist der Bereich zwischen After und Scheide und besteht aus Muskelgewebe, welches zu der Beckenbodenmuskulatur gehört. Die Dammhaut ist dehnbar und anpassungsfähig. Diese wird unter der Geburt stark gedehnt.

Bei der Dammmassage wird der Dammbereich gut durchblutet und auf die Geburt vorbereitet.

Hingegen vieler Anwendungsempfehlungen den Damm von innen heraus richtig Richtung After zu dehnen, empfinde ich sanftes massieren als viel sinnvoller. Warum? Einerseits ist es der Schwangeren selten angenehm, was wieder zum Anspannen führt, andererseits könnten Mikrorupturen (kleinste Einrisse) entstehen. Diese wieder rum vernarben und Narbengewebe ist weniger flexibel. Das ist aber meine persönliche Ansicht dazu.

Zudem halte ich es für sinnfrei ein Gewebe zu dehnen, welches bei der Geburt unter den Gewebe weichmachenden Hormonen, der Art flexibel und dehnbar wird, was mit manuellem Dehnen in der Schwangerschaft nicht mal ansatzweise erreicht werden kann.

Ich habe mit reichlich Dammmassageöl einfach nur ausgiebig (10 min) den Damm mit kleinen Fingerkreisen massiert und ausgestrichen. Und das täglich.

Saubere Finger und kurze Fingernägel! Pilzinfektionen erst behandeln und nach Ausheilung mit der Dammmassage beginnen.

Tipp: Weizenkeimöl wirkt antibakteriell und nach einem Heublumendampfbad wirkt es noch besser.

Die Dammmassage ist kein Garant dafür, keine Geburtsverletzungen zu erleiden. Viel mehr sollte es als Investition in den eigenen Körper gesehen werden. Denn der erbringt eine wahre Höchstleistung bei der Geburt.

Ein ganz wichtiger Faktor sind zudem aufrechte Geburtspositionen. Siehe Artikel

Die Geburt

- Leisamen

Leinsamen sind ein altes Heilmittel und finden häufig ihre Anwendung bei Verstopfung.

Zur Geburtsvorbereitung tragen sie zu einer besser Schleimproduktion in der Vagina bei. Die Schleimhaut in der Vagina wird positiv auf die Geburt vorbereitet und dadurch wird vor allem die Austreibungsphase erleichtert.

Es flutscht quasie besser.

Auch die Verstopfung, unter welche viele Schwangere leiden, verbessert sich durch die Einnahmen von Leinsamen.

Ebenso sagt man ihnen, bei regelmäßiger Einnahme, eine Wehen fördernde Wirkung nach.

- EpiNo

Ist ein Silikonball, der mittels Pumpe wie bei einem manuellen Blutdruckmessgerät, aufgeblasen wird.

Der Ball wird in die Scheide eingeführt (am besten in ein Kondom geben wegen Hygiene) und vorsichtig aufgeblasen.

So können Frauen den Scheidenbereich nach und nach auf den Kopfumfang von Neugeborenen dehnen und sich an dieses Gefühl gewöhnen.

Ich persönlich habe mich dagegen entschieden. Warum?

Ich halte es für sinnfrei ein Gewebe zu dehnen, welches bei der Geburt, unter den Gewebe weichmachenden Hormonen, der Art flexibel und dehnbar wird, was mit manuellem Dehnen in der Schwangerschaft nicht mal ansatzweise erreicht werden kann.

Zudem gilt für mich auch hier die Frage der Mikroverletzungen und ob es sinnvoll ist, ein Muskelgeweben, welches u.a. für unsere Kontinenz verantwortlich ist, über Wochen hinweg aufzudehnen.

Das muss aber jeder für sich beantworten.

Mentale Geburtsvorbereitung

Befreiungen von Ängsten:

Wichtig ist, eure Ängste kennen zu lernen und euch damit zu befassen. Angst ist ein ganz schlechter Begleiter bei der Geburt, denn dadurch verkrampft sich euer Körper und macht "zu".

Im Geburtsprozess habt ihr nicht die nötigen Ressourcen um euch, neben der Geburtsarbeit, euren Ängsten zu stellen, welche die Situation gerade beeinflussen. Deswegen befasst euch mit allen aufkommenden Ängsten schon in der Schwangerschaft.

Wovor habt ihr Angst? Benennt die Angst. Schreibt sie auf. Ist es eine begründete Angst oder ein Szenario, dass euch so nie begegnen wird? Was genau macht euch daran Angst?

Mögliche Ängste:

  • Angst davor die Geburt nicht aus eigener Kraft zu schaffen
  • Angst davor, dass die Geburt für dein Kind oder dich zur Gefahr wird. (benenne das Szenario genau)
  • Angst davor, von fremden Menschen entmachtet und bevormundet zu werden
  • Angst vor dem Geburtsschmerz
  • Angst vor schmerzhaften Untersuchungen,..

Wenn ihr eine Wahlhebamme habt geht mit ihr Punkt für Punkt durch. Sollte sie sagen, dafür hat sie dann schon eine Lösung, besteht auf das Besprechen um es für euch bearbeiten, und es als "geklärt" abhaken zu können.

Solltet ihr keine Hebamme haben empfiehlt sich ein Gespräch mit dem Personal eures gewählten Geburtsortes. Besteht auch dort auf die Beantwortung eurer Fragen.

Was benötige ich um mich bei der Geburt wohl und sicher zu fühlen?

Es ist extrem wichtig, dass ihr euch bei der Geburt geborgen und sicher fühlt. Alles andere blockiert den Geburtsablauf.

Stellt euch eine Katzenmama bei der Geburt ihrer Kitten vor. Sie sucht sich einen Ort an dem sie und ihr Nachwuchs während der Geburt sicher und keinerlei Gefahr ausgesetzt sind. Würde sie einen Angreifer erwarten würde der Geburtsprozess sofort unterbrochen werden und die Katze würde erst wieder Wehen bekommen, wenn sie sich wieder an einem sicheren Ort befindet.

Und genauso ist es bei uns Menschen. Alles was in uns Unbehagen auslöst, ist ein möglicher Störfaktor der Geburt.

Gedanken: Was löst in mir ein unangenehmes Gefühl aus, wenn ich an die Geburt denke?

Fremde Menschen um mich herum, nackt zu sein, der Gedanke an ein Krankenhaushemd, am Rücken zu liegen und jeder der in den Raum hinein kommt hat freie Sicht auf meine intimste Zone, vaginale Untersuchungen, der Geruch von Desinfektionsmittel, Zeitdruck unter der Geburt, der Gedanke, dass Personal in den Geburtsablauf eingreifen wollen obwohl es dazu keine Veranlassung gibt, hantiges Personal, ...

Gedanken: Wie stelle ich mir die Geburt meines Kindes vor, was benötige ich dafür?

Nur vertraute Personen um mich herum, die mich bestärken, meine Kleidung, meine Musik, Gerüche die ich mag, Essen und Trinken wann ich möchte, aufrechte Geburtspositionen, eine Geburtswanne, selbstbestimmt, ich entscheide was ich möchte und was nicht, Kuscheln mit meinem Baby sofort nach der Geburt,... Überlegt und spürt hin was euch wichtig ist.

Innere Einstellung - was bedeutet Geburt für mich?

Verbinde ich Geburt ausschließlich mit Schmerzen, Leiden, und "hoffentlich geht es ganz schnell", sollte ich meine innere Einstellung zur Geburt ändern.

Die Geburt eures Kindes ist ein mächtiger Übergangsprozess für euren Körper, eure Psyche und eure Seele. Jede einzelne Geburt ist so verschieden wie wir Menschen und verlangt jeder werdenden Mutter genau das ab, was sie benötigt um bedingungslos und allumfassend ihrer Mutterschaft, nach der Geburt ihres Babys, nachkommen zu können.

Sie wird zukünftig uneingeschränkt für das Wohlergehen ihres Babys da sein und ihre eigenen Bedürfnisse hintenanstellen.

Sie wandelt sich von dem Individuum Frau zu einer umsorgenden Mutter.

Das benötigt Zeit!

Die Geburt ist ein Zusammenspiel von Mutter und Baby. Sie unterstützen sich während der Geburt gegenseitig oder das Baby zeigt schon Charakterzüge und macht "sein eigenes Ding", sodass sich die Mutter schon bei der Geburt mit dem Willen ihres Babys auseinandersetzen muss. Mutter und Kind bekommen genau die Geburtsreise die sie benötigen um ihre Fähigkeiten zu entwickeln. Das dauert mal kürzer und mal länger. Aber unterm Strich steht: "Ich als Mutter habe es alleine geschafft. Ich habe Mutterqualität und kann alles schaffen was in Zukunft mein Kind betreffend auf mich zukommt." Schade, wenn Müttern dieser Aspekt und diese Erkenntnis der Geburt genommen wird. Denn was bedeutet das für die Zukunft?

Ein Prozess der während der Geburt abläuft:

Bis jetzt war dein Baby geschützt in deinem Bauch. Nun musst du Loslassen und dein Baby nicht nur körperlich, sondern auch emotional loslassen.

Von nun an richtet sich dein Leben vorwiegend nach den Bedürfnissen deines Babys. Im Bauch war es immer mit dabei. Du hast entschieden wohin ihr geht, wann gegessen wird, wann geschlafen, wann geduscht wird, ...

Das wird sich mit der Geburt deines Kindes vorerst ändern.

Wenn du im Geburtsprozess die Zeit bekommst dich auf dein Baby einzustellen, du dich für es öffnen kannst und ihr miteinander diesen Weg geht, wirst du eine Weichheit und Güte entwickeln die dir nicht nur bei der Geburt deines Kindes helfen wird, sondern dir auch die erste Zeit mit Baby erleichtert. Dadurch wird dir der Verzicht auf deine eigenen Bedürfnisse leichter fallen und du kannst dich voll uns ganz deinem Baby hingeben.

Man könnte die Geburtsreise auch als Vorbereitung auf das Leben mit dem Kind sehen. Es wird von Höhen und Tiefen geprägt sein. Es wird anstrengend und kräfteraubend sein, man wird verzweifeln, an und über seine Grenzen kommen, überglücklich und hoffnungslos sein,... genauso wie bei der Geburt. Wenn man diese Phasen in der Geburt nicht durchleben durfte, beraubt man Mütter des Wandels von der Frau zur Mutter.

Gedanken die helfen können:

Unter der Geburt seid ihr überflutet von diversen Hormonen. Unter anderem Gewerbe weichmachende Hormone (Östrogene) und schmerzlindernde Hormone (Endorphine). Nicht nur ihr werdet mit schmerzlindernden Hormonen versorgt, sondern auch euer Baby. Ausgenommen ihr habt eine PDA (Kreuzstich)

Der Geburtsprozess dauert genau so lange wie euer Gewebe und ihr es benötigt. Seht es als positiv, wenn der Kopf langsam durch den Geburtskanal gleitet und das Gewebe immer ein bisschen weiter dehnt.

Wie im Artikel "Die Geburt" erklärt, werdet ihr immer wieder Wehenpausen haben in denen ihr und das Baby Kraft tanken könnt. In diesen Pausen seid ihr schmerzfrei.

Je positiver eure innere Einstellung über eure Geburt ist und je besser ihr eure Mantras verinnerlicht habt, desto positiver wird eure Geburtsreise werden.

Mantras:

-> Meine Vagina öffnet sich ganz weit wie die Blüten einer Blume

-> Ich bin weich und bereit und öffne mich für mein Kind

-> Ich atme weißes Licht tief in meinen Bauch. Es gelangt über die Nabelschnur zu meinem Baby, versorgt es mit Sauerstoff und ich atme es durch meine Vagina nach unten aus

-> Aaaaaaahhhhhhhhhhhh, mein Mund ist locker und ich töne ganz tief Aaaaaaaaaahhhhhh. Mein Muttermund kommt dadurch in Schwingung und lässt ebenfalls locker

-> Jede einzelne Wehe bringt mich meinem Kind näher

-> Ich nehme alle Empfindungen an und lasse sie geschehen. Denn alles hat seinen Sinn und ist gut so wie es ist.

-> Jede Welle ist ein Geschenk

Ich empfehle euch einen guten Geburtsvorbereitungskurs, der sich auch mit der mentalen Vorbereitung beschäftigt und euch den physischen und psychischen Umgang mit den aufkommenden Wehen vermitteln. (Tönen, Geburtspositionen, Bewegen MIT dem Baby, Notwendigkeit über die ablaufende Prozesse in der Geburt, ...)

Lektüre die ich euch zu dem Thema ans Herz legen kann: (gibt es bei uns im Shop)

Isabella Ulrich macht übrigens ganz tolle und interessante Geburtsvorbereitungskurse.

Ihr habt 40 Wochen mit eurem Bauchzwerg.

Ihr werdet in dieser Zeit Höhen und Tiefen erleben, eine Wandlung eures ICHS erkennen und Muttergefühle entwickeln.

Doch wirklich greifbar wird es erst, wenn euer Wunder in euren Armen liegt und ihr euch ganz tief in die Augen blickt. Dann bleibt eure Welt einen Augenblick stehen und ihr wisst, nichts in eurem Leben wird jemals so wichtig sein wie euer Kind.

Vielen Dank für die Unterstützung mit deinen wunderschönen Fotos: Tanja Stolz von Lieblingsbild Babyfotos Graz - www.lieblingsbild.at