Autofahren/Kinderwagen/Tragen

Autofahren mit Baby:

Wenn wir mit unserem Baby im Auto fahren, wollen wir, dass es sicher in einem Sitz untergebracht wird. Am sichersten für ein Baby ist eine sogenannte Babyschale. Hier gibt es verschiedene Modelle.

Am bekanntesten ist wahrscheinlich Maxi-Cosi. Es gibt Babyschalen mit einer sogenannten Base für Isofix oder die Babyschale wird mit dem Auto Gurt verschnallt. Wichtig zu wissen ist: Babyschalen sollten ausschließlich im Auto verwendet werden und nur rückwärts gerichtet.

Neueste Studien zeigen, dass die gekrümmte Haltung in der Schale nicht nur für die Wirbelsäule schlecht ist, sondern auch die Sauerstoffsättigung im Blut des Babys nach 30 Minuten rasant abnimmt.

Immer wieder hört man von tragischen Zwischenfällen wo die Babys, nachdem sie vermeintlich zufrieden und ruhig eingeschlafen sind, aufgehört haben zu atmen. Babyschalen sollten wirklich nur für den Transport im Auto verwendet werden. Und dort auch nicht länger als 30 Minuten am Stück. Nicht zum Einkaufen, nicht zum Spazieren gehen und schon gar nicht zum Schlafen zu Hause, weil das Baby doch so gut schläft in der Schale. Dies hat wie gesagt mit dem Abfall der Sauerstoffsättigung zu tun, da die Babys in sich zusammensacken und den Kopf noch nicht selber bewegen können. Solltet ihr längere Strecken im Auto zurücklegen müssen, plant einfach häufigere Stopps ein in denen ihr das Baby aus der Schale nehmt. Es gibt auch Babyschalen die man liegend stellen kann. z.B. Kiddy Evoluna und Joie i-Level können sogar im Auto während der Fahrt liegend genutzt werden. Cybex Cloud Q und Cybex Cloud Z i-Size können außerhalb des Autos in eine Liegeposition gebraucht werden.

Sauerstoffmangel in den Autoschalen Studie: Autoschalen Babys

Wenn ihr die Babyschale auf den Beifahrersitz stellt, müsst ihr unbedingt den Beifahrerairbag abschalten. Ansonsten kann es zu bösen Verletzungen des Babys kommen. Lasst eure Kinder immer gegen die Fahrtrichtung fahren.

Also mit dem Gesicht zum Heck des Autos gerichtet. Es empfiehlt sich auch bei Umstieg von der Babyschale auf das nächste Modell auf einen Reboarder umzusteigen. Auch hierbei sind die Kinder gegen die Fahrtrichtung gerichtet. Das hat einen bestimmten Grund. Der Kopf eines Kindes beträgt 25 % seines gesamten Körpervolumens. Beim Erwachsenen sind es 4%.

Das heißt, dass der Kopf von einem Kind zu groß/schwer ist um bei einem Unfall vom Körper stabilisiert werden zu können. Hierbei kommt es zu massiven Verletzungen im Hals- Kopfbereich. Wenn das Kind rückwärts gerichtet sitzt wird es einfach nur in den Sitz gedrückt und stabilisiert.

Was solltet ihr unbedingt beachten:

  • Gurte festziehen. Die Gurte müssen gut anliegen. Das Kind soll aber noch gut atmen können.
  • Jacken ausziehen bevor das Baby in den Sitz kommt. Ansonsten entsteht bei einem Unfall eine Gurtlose. Das bedeutet, dass der Gurt wegen dem Volumen der Jacke nicht fest genug war und dadurch, bei einem Unfall nicht sofort strafft, sondern diesen Spielraum zurücklegen muss. Sekunden die über Leben und Tod entscheiden können. Zudem sollte das Kind im Sitz vor Überhitzung geschützt werden. Am besten eignet sich eine Einschlagdecke als Schutz vor der Kälte.
  • Fahrstil anpassen. Babys können ihren Körper und vor allem ihren Kopf noch nicht stabilisieren. Es ist ein Irrglaube, dass die Babyschale den Körper und Kopf des Babys so stützen, dass man normal sportlich Autofahren kann. Passt daher euren Fahrstil an.
  • Nicht jeder Sitz ist für jedes Auto geeignet. Gerade bei den modernen Fahrzeugen fällt die Rücksitzbank oft stark nach hinten hin ab. Was zur Folge hat, dass die Babyschale extrem steil steht und das Baby ebenso steil sitzt. Dadurch kippt der Kopf nach vorne. Nicht nur unangenehm für das Baby, sondern auch gefährlich.
  • Hitze im Auto. Neugeborene können noch gar nicht die Temperatur ausgleichen. Hier ist besondere Vorsicht geboten. Aber auch ältere Babys und Kleinkinder können schnell überhitzen. Kinder NIEMALS alleine im Auto lassen. Auch keine 2 Minuten. Bleibt einmal im Sommer 2 Minuten im Auto sitzen nachdem ihr den Motor abgestellt habt. Ihr werden merken, dass diese Situation für ein Kind schnell lebensgefährlich werden kann.

Im Übrigen gilt das auch für Situationen in denen das Kind ins geparkte Auto hineingesetzt wird. Entweder lüftet kurz durch oder klimatisieren bevor ihr das Kind hinein setzt.

Wenn es bei uns mal schnell gehen muss nehme ich immer den Ringsling oder die Tragehilfe. Hier sitzt das Kind in wenigen Sekunden drinnen, ich kann das erledigen was ich wollte und habe beide Hände frei.

Der Kinderwagen:

Der Kinderwagen hat sich als sehr bequem für die Eltern herausgestellt, jedoch mögen ihn die wenigsten Babys. Darüber sind vor allem "Erstlingseltern" oft verwundert. Warum ist das so?

Unsere Babys sind noch Steinzeitbabys und dadurch Traglinge. Ablegt zu werden bedeutet Gefahr für das Baby.

"Ich werde vielleicht nicht gehört, wenn ich hunger habe, eventuell kommt ein Raubtier oder ein Reptil und vielleicht werde ich beim Weiterziehen der Gruppe sogar vergessen". Demnach sind Babys die sich nicht ablegen lassen sehr schlau und Überlebenskünstler.

Wenn wir zu den Naturvölkern gehen, sehen wir Frauen die ihre Babys immer an sich haben und ihre tägliche Arbeit verrichten.

Das hat nicht nur praktische Gründe sondern auch entwicklungstechnische Gründe. Aber dazu mehr beim Thema Tragen.

Man darf den Kinderwagen nicht per se verteufeln. Es gibt sehr wohl Kinder die ihn eine gewisse Zeit lang dulden und sogar mögen. Meisten jedoch, wenn sie schon sitzen können. Unsere Tochter wird zwar hauptsächlich im Tuch getragen sitzt aber auch gern mal im Kinderwagen und spielt mit ihrem Spielzeug oder beobachtet die Natur.

Was solltet ihr beim Kinderwagen beachten:

  • Thema Hitze ist auch im Kinderwagen zu beachten. Es wird teilweise ganz schön heiß in den Wannen.

NIEMALS den Kinderwagen mit einem Tuch oder sogar einer Decke abdecken, damit das Baby besser schläft oder die Sonne nicht direkt auf das Baby scheint. Hier kann es zu einem lebensgefährlichen Sauerstoffmangel kommen.

Besorgt euch ein Sonnensegel gegen direkte Sonneneinstrahlung. Ein Schirm ist nur bedingt hilfreich, weil er nur einen kleinen Teil des Kinderwagens beschattet. Babys sollten jedoch das erste Jahr weder direkten Sonneneinstrahlungen ausgesetzt sein noch mit Sonnencreme Kontakt haben.

  • Achtet beim Kauf eines Kinderwagens auf Lufträder und eine gute Federung. Denn es rumpelt und holpert ganz schön in so einem Kinderwagen und das Baby liegt immerhin in Rückenlage drinnen.

Wir haben uns damals für den "schadstofffreien" (reduziert - mMn gibt es nichts Schadstofffreies auf dieser Welt. Denn Schadstoffe sind Teil unseres Lebens) Kinderwagen von Naturkind aus Österreich entschieden. Auch wenn wir ihn (noch) selten nutzen wollte ich nicht, dass mein Kind in einem nach Chemikalien stickenden, aus synthetischen Textilien produzierten Kinderwagen liegt. Hier nochmal ein großes Dankeschön an Oma und Opa.

  • Sportaufsatz - Der Sportaufsatz ist der Aufsatz nach der Wanne. Achtet darauf, dass man ihn auch ganz liegend stellen kann, sodass keine Stufe zu spüren ist. Also Fußteile und Rückenteil sollten eine Gerade bilden. Denn auch größere Kinder können dann im Liegen drinnen schlafen. Von Vorteil ist, wenn der Sportaufsatz auch gegen die Fahrtrichtung montiert werden kann. Sprich, das Kind sieht zu euch.
  • Belüftung des Sonnenschutzes - ich empfehle euch auf die Möglichkeit zu achten, den Sonnenschutz des Kinderwagens öffnen zu können. Ansonsten wird es extrem stickig und heiss im Sommer.
  • Breite und Länge des Kinderwagens - Hier gibt es enorme Unterschiede
  • Er sollte EUREN Anforderungen entsprechen. Soll er schwenkbare oder/und fixierte Räder haben, eine tiefe Wanne oder eher höher, soll er einfach und logisch zu bedienen sein oder ist es euch egal, muss er platzsparend in den Kofferraum passen? Probiert alle Funktionen eures zukünftigen Kinderwagens vor dem Kauf aus!


Tragen mit Tragetuch oder Tragehilfe:

Tragen ist nicht nur unheimlich praktisch, sondern auch für das Kind mit vielen Vorteilen verbunden.

Schnell das Tragetuch oder die Tragehilfe geschnappt, in wenigen Minuten umgebunden und den Zwerg hinein gesetzt, schon hat man beide Hände frei und ein ruhiges, zufriedenes Baby bei sich. Auch toll, wenn das Baby sonst sehr viel weint.

Nahe am Körper sind die meisten Babys zufrieden.

Wir werden hier alle Vor-und Nachteile, die verschiedenen Modelle erklären und worauf ihr beim Tragen achten müsst.

Trage: Half Buckle Fidella Flyclick Iced Butterfly Blue

Euer Baby war ca. 40 Wochen in eurem Bauch. Hat euch gespürt, geschmeckt und mit euch eine ganz innige Beziehung aufgebaut.

Kann man es dem kleinen Zwerg nicht verübeln, dass er ganz nah bei Mama sein möchte. Das was ihm aus seiner vertrauten Welt geblieben ist.

Im Tragetuch oder der Tragehilfe sind die meisten Babys sehr zufrieden und ihr habt einmal Zeit für euch und beide Hände frei. Was für ein Segen.

Gerade bei Babys die viel weinen und am liebsten auf eurem Arm sind, ist eine Tragehilfe/Tragetuch nicht wegzudenken.

Am Arm getragen, kann es schnell anstrengend für euch werden und auch für das Babys ist es nicht ergonomisch, stundenlang im Arm zu liegen, das es zu wenig gestützt wird.

Im Tragetuch oder in der Tragehilfe sollte das Babys in eine Anhockspreizhaltung gebracht werden. Das bedeutet, dass die Knie hoch gewinkelt sind und die Beine, leicht aus der Hüfte gespreizt sind. Schaut man in den Spiegel, mit dem Kind in der Trage, sollten Beine und Gesäß ein M ergeben! (siehe Bilder).


www.storchenbox.at

Anhockspreizhaltung

www.storchenbox.at

Anhockspreizhaltung

Neugeborene ziehen die Beine automatisch an den Bauch. Je älter Babys werden, desto weniger machen sie dies.

Bei sehr kleinen Neugeborenen empfiehlt sich ein gewebtes Tragetuch, welches man in der Wickelkreuztechnik anlegt. Hierbei ist das Baby optimal gestützt. Worauf ihr beim Tuch binden achten müsst, erklären wir weiter unten.

Vorteile des Tragens:

  • Euer Baby ist ganz nah bei euch und hört euren Herzschlag, spürt eure Wärme, riecht euch und ist gut umrahmt von Tuch oder Trage. Das gibt Sicherheit und dadurch werden weniger Stresshormone ausgeschüttet. Euer Baby kann in Ruhe schlafen und ist zufrieden
  • Euer Baby sitzt in Anhockspreiszhaltung in Tuch oder Trage. Was sowohl für eine gute Entwicklung der kindlichen Hüfte beiträgt als auch bei Koliken Entlastung schafft. Durch die Wärme am Bauch, als auch die Bewegung beim Tragen und die angehockte Position, helfen dem Baby bei Koliken und Bauchschmerzen/Blähungen.
  • Optimal gestützt. Im Tragetuch oder in der Tragehilfe ist euer Baby optimal gestützt. Was nicht unbedingt der Fall ist, wenn wir das Baby auf dem Arm tragen.
  • Erleichterung. Wenn euer Baby im Tragetuch oder in der Tragehilfe sitzt, habt ihr beide Hände frei und Zeit für euch. Gerade, wenn Babys viel weinen oder wenn ihr sogar ein High-Need Baby habt, kann es unheimlich erleichternd sein, einfach mit dem Zwerg raus in die Natur zu gehen und "seine Ruhe" zu haben.
  • Schnell, einfach und praktisch. In der Trage sitzt ein Baby in wenigen Sekunden. Gegenüber dem Kinderwagen kommt ihr überall hin und müsst ihn nicht ins Auto einräumen und wieder ausräumen oder euch in den öffentlichen Verkehrsmitteln Platz verschaffen.
  • Immer Up to date. Ihr wisst in jeder Sekunde wie es eurem Baby geht. Ob im Sommer bei heißen Temperaturen oder im Winter, wenn man glaubt, es wachsen schon Eiszapfen auf seinem Baby.
  • Immer optimal temperiert. Egal ob Sommer oder Winter. Euer Baby ist an euch und ihr wärmt es bei kalten Temperaturen und kühlt es durch euren Schweis, bei heißen Temperaturen.
  • Keine zig Schichten Gewand. Gerade wenn ihr unter der Jacke tragt, braucht euer Baby nicht mehr Kleidung, als ihr selbst tragt (Ausnahmen bestätigen die Regel). Das Tuch oder die Trage zählt schon als 1 Kleidungsschicht mehr.
  • Aktiv am Alltag teilhaben. Im Tragetuch oder in der Tragehilfe nimmt euer Baby aktiv an allem Teil. Es sieht andere Menschen auf Augenhöhe und nicht nur ihr Hinterteil oder ihr Gesicht von oben in den Kinderwagen schauend. Wenn es zu viele Reize sind, kann es sich ganz gemütlich an euch kuscheln und die Welt um sich herum wird ruhig.
  • Beruhigung. Die Zähne schmerzen, das Baby ist krank oder hat Bauchweh. Manche Babys beruhigen sich erst im Tragetuch oder Tragehilfe
  • Kostengünstig. Wenn man sich ansieht, was gute Kinderwagen kosten, ist man mit einer Trage um ein vielfaches günstiger unterwegs. Ja, manche Eltern haben keinen Kinderwagen :-)

Nachteile des Tragens:

  • Eventuell Rücken- oder Schulterschmerzen. Mit einer guten Tragehilfe oder Tragetuch seid ihr aber schon mal auf der sicheren Seite. Man bedenke, dass es Menschen gibt, die schon ohne ein Kind zu tragen, Schmerzen haben. Besser wird es mit Kind in der Trage dann sicher nicht :-)
  • Anstrengender als Kinderwagen schieben. Ja, einen Kinderwagen zu schieben ist weniger anstrengend. Natürlich merkt man es, wenn man 10 kg Kind vorne trägt. Wäre auch seltsam, wenn dies nicht so wäre. Von Vorteil ist, dass man ja nicht von heut auf morgen mit einem 10 kg Kind 5 Stunden geht, sondern sich Gewicht und Tragezeit langsam steigern.
  • Gefahr von Stürzen. Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Punkt mit rein nehme, weil dies Gefahr ja immer gegeben ist, egal ob ich mit Baby am Arm gehe oder mit dem Kinderwagen und mir dieser umkippt, ... Es kann aber nicht schaden es zu erwähnen, um eure Aufmerksamkeit auf die Alleinige Tätigkeit des Tragens zu lenken.

Woraus besteht eine Tragehilfe?

Worauf solltet ihr bei der Tragehilfe achten?

  • Kauft euch eine Trage aus Tragetuchstoff, da diese sich am besten dem Babys anschmiegen und nirgends punktuell Druck machen
  • Der Steg sollte verstellbar sein. Nur so kann die Trage an euer Baby angepasst werden
  • Für einen möglichst hohen Tragekomfort sollten die Schulterpolster gut gepolstert sein und der Bauch/Brustgurt breit und weich sein

Welche Tragehilfen gibt es?

Full-Buckle

Alles besteht aus Schnallen. Der Brust/Bauchgurt, als auch die Schultergurte sind zum "klicken". Verstellt werden die Gurte über "Schieber"

Trage: Fidella Full-Buckle Iced Butterfly pink

Half-Buckle

Der Brust/Bauchgurt besteht aus einer Schnalle, jedoch die Schultergurt aus Tuchsträngen. Eine Kombination aus Tuch und Trage.

Trage: Fidella Half-Buckle Iced Butterfly blue

Onbuhimo

Könnte man mit einem Rucksack vergleich. Er besitzt keinen Brust/Bauchgurt, ist für kurze Wegstrecken und Laufkinder gut geeignet. Nicht für Neugeborene

Trage: Fidella Onbuhimo Iced Butterfly pink

Mei-Tai

Brustgurt und Schultergurt sind beides aus Tuchsträngen.

Tragetuch meets Tragehilfe! Besonders gut geeignet, wenn man noch ein paar Schwangerschaftspfunde oben hat. Da zwickt kein Brustgurt.

Trage: Fidella Fly Tai Mei Tai Iced Butterfly smoke

Ring-Sling

Seitlich, vorne oder hinten getragen.

Der Ring-Sling passt in jede Tasche und ist der ideale Begleiter, wenn es schnell gehen muss für kurze Strecken.

Einmal vorgebunden, sitzt das Kind in wenigen Sekunden im Sling.

Sling: Ring-Sling Fidella Iced Butterfly blue


Was muss ich beachten, wenn ich mein Baby in die Tragehilfe setzen möchte?

  • Ist die Tragehilfe für die Größe eures Babys zugelassen?
  • Legt sie einmal ohne Baby an und stellt euch schon ein wenig die Schultergurt ein bzw. schaut euch an wie das geht.
  • Legt die Tragehilfe auf den Boden, so, wie wenn ihr sie gleich montieren würdet. Also mit der Innenseite zu euch
  • Legt nun das Baby in das Rückteil und stellt den Steg auf die Breite eures Babys ein. Der Steg muss von einer Kniekehle bis zur anderen gehen. Oder einen halben Finger von den Kniekehlen entfernt. Die Systeme zum verstellen des Steges sind sehr unterschiedlich. Bei manchen mit Klettverschluss, andere mit Kordeln, ...
  • Habt ihr eine Trage bei der ihr das Rückenteil in der Höhe verstellen könnt, macht dies. Der Kopf des Babys soll außerhalb der Trage sein. Siehe oben
  • Nun legt euch den Brustgurt um. Je kleiner euer Baby ist, desto höher kommt der Brustgurt. Bei Neugeborenen direkt unter eure Brust. Achtet darauf, dass die Trage mittig sitzt und die Schnallen vom Gurt wirklich komplett eingerastet sind.
  • Ihr habt nun die Trage um euren "Bauch" mit dem Rückenteil nach unten hängend.
  • Nun nehmt ihr euer Baby und legt es euch, "sitzend" auf die Brust, ein Bein links und eines rechts. Mit der einen Hand stützt ihr euer Baby, mit der anderen begleitet ihr das Baby so tief bis es mit dem Popo den Brustgurt berührt. Das Baby immer gut sichern und nie los lassen.
  • Nun fahrt ihr mit der einen Hand unter das Rückenteil, den Brustgurt entlang und klappt das Rückenteil über euer Baby bis es vollständig im Rückenteil ist. Immer noch das Baby festhalten
  • Nun unterscheidet es sich ob ihr eine Half-Buckle mit Tuchsträngen oder eine Full-Buckle mit Schultergurte habt. *Bei der Full-Buckle schlüpft ihr zuerst in den einen Gurt, wo euer Arm frei ist. Die andere hält immer noch das Baby. Dann greift ihr mit dem Arm, mit dem ihr bereits in den Schultergurt geschlüpft seid außen (über dem Rückenteil) an euer Baby und stützt es nun mit dem Arm. Jetzt den freien Arm durch den anderen Brustgurt. Nun sitzt euer Baby im Rückenteil. Ihr stützt es immer noch.
  • Nun stellt ihr die Schultergurte ein wenig fester. Sodass das Rückenteil gut um euer Baby liegt
  • Greift nun nach hinten über euren Kopf hinweg und verschließt die Rückenschnalle
  • *Habt ihr eine Half-Buckle mit Tuchsträngen sichert ihr mit dem einen Arm euer Baby, und die andere greift nach einem Tuchstrang und legt es über die Schulter, sodass es nach hinten, quer über euren Rücken fällt. Ich klemme den Tuchstrang kurz zwischen Schulter und Kinn, damit ich ihn nach hinten legen kann. Baby immer noch gut sichern!
  • Nun könnt ihr schon mit der freien Hand hinter eurem Rücken den Tuchstrang greifen und unter dem Bein eures Babys durchführen. Nun einfach zwischen euren Beinen einklemmen. Der Tuchstrang soll diagonal über euren Rücken verlaufen.
  • Nun greift ihr den anderen Tuchstrang und legt auch diesen über eure Schulter. Gleiches Spiel wie vorher. Baby dabei sichern.
  • Nun habt ihr beide Tuchstränge vorne, unter dem Popo eures Babys. Je nach Trage könnte ihr nun entweder direkt festziehen, sodass das Baby gut vom Rückteil gestützt ist und nach an eurer Brust oder ihr geht wieder einen Schritt zurück und spannt beide Tuchstränge, fädelt nochmal unter den Beinen vor und zieht so die Schulterteile straff. Tuchstränge immer straff halten!
  • Beide Tuchstränge unter den Beinen des Babys durch und direkt unter dem Popo des Babys einen Twist machen (ineinander verdrehen) und die Tuchenden wieder zurück und an eurem Rücken mit DOPPELKNOTEN verschließen. Bei der kleinen Babys könnt ihr den Twist mehrfach machen, sodass die Tuchstränge die dann zurück laufen zum Verknoten am Rücken, nicht noch einmal unter dem Beinen eures Babys durchlaufen
  • *Stellt euch vor den Spiegel und schaut, ob euer Baby mittig sitzt. Wenn nicht, dann fahrt mit den Händen in das Rückenteil und setzt den Popo weiter nach rechts oder links, sodass es mittig sitzt.
  • Da ihr nun schon im Rückenteil auf der Höhe des Popos seid, fahrt nun die Oberschenkel entlang und holt die Knie nach oben, sodass Beine und Gesäß eures Babys ein M ergeben. (Siehe oben) Merkt euch, der Popo euer Babys soll tiefer sein als seine Knie. Notfalls müsst ihr den Popo tiefer ins Rückenteil setzen. Als rein in das Rückenteil, den Popo des Babys weiter nach unten in das Rückenteil hinein
  • Bei Neugeborenen, die noch keine Kopfkontrolle haben, nun die Kapuze eindrehen und in Nackenhöhe des Baby links und rechts in den Tuchsträngen/Schultergurten befestigen. Es soll das Baby gut stützen

Wenn ihr euer Baby einbindet, agiert immer langsam und ruhig. Schunkelt hin und her und redet mit ihm was ihr da gerade macht.

Drei Tage nach der Geburt war ich mit meiner Tochter (47 cm), ganz gemächlich im Tragetuch unterwegs.

Was solltet ihr beachten?

Tragetücher die für Neugeborene gut geeignet sind haben eher ein geringes Flächengewicht (unter 220g/m2) und eine geringe Tuchbreite. Ich persönlich finde die Didymos Tragetücher, vor allem die Prima Versionen, extrem gut geeignet zum Einbinden von kleinen Zwergen und für Anfänger. Auch das Obsidian und Luna von Lennylamb eignen sich gut.

Je mehr Stoff an so einem Tragetuch dran ist, desto schwieriger wird es ein Zwergi mit nicht mal 50 cm einzubinden.

Zum Einbinden ins Tragetuch kommen wir noch!

  • Neugeborene können noch nicht den Kopf drehen und sich aus einer Lage befreien, in der sie zu wenig Luft bekommen - das Baby muss frei atmen können. Auch wenn ihr unter der Jacke tragt, soll sich kein Co2 Nest bilden.
  • Keine direkte Sonneneinstrahlung - geht mit Sonnenschirm, nicht in der prallen Sonne, nicht in der Mittagshitze, Vorsicht vor allem auf Kopf und Beine - keine Sonnencremen für Säuglinge!
  • Kleidung - Wenn das Baby im Tragetuch oder der Tragehilfe ist, braucht es lange nicht so viel Gewand wie im Kinderwagen. Die Trage gilt als 1 Schicht und eure Körperwärme, verhindert, dass das Babys auskühlt. Besonders reine Naturfaser wie Wolle/Seide oder reine Seide eignen sich besonders gut, da sie Temperatur regulierend sind und sich nicht mit Schweis ansaugen.

Bei uns im Shop (Add-Ons/Einzelprodukte - Textilien)

Textilien von Alkena aus reiner Seide

Textilien von Cosilana aus Wolle/Seide

  • Kein beengendes Gewand am Baby. Vorsicht bei Strampler. Durch das Anhocken beim Tragen schnüren diese häufig die Füße ab
  • Sichere Schritte, nicht abgelenkt sein. Man kann immer stolpern, doch je aufmerksamer man ist, desto weniger passiert.
  • Hunde! Für Hunde sind die Kinder in der Trage und vor allem die baumelnden Beine häufig interessant. Einfach nur bedenken, wenn man einen Hund nicht kennt. Auch das hinauf hüpfen von große Hunden kann schnell gefährlich werden
  • Heiße Nahrungsmittel. Am besten verzichtet ihr auf den Konsum von heißen Nahrungsmittel, wenn ihr das Baby an euch habt. Hier können leicht Verbrennungen entstehen

Das Tragetuch:

Tragetücher gibt es in unterschiedlichen Größen, Muster, aus unterschiedlichen Blends (Materialen) und Flächengewicht.

Der Markt ist groß und für einen Trageanfänger kaum zu durchschauen.

  • Blend - Ist das Material, aus dem das Tuch ist. Häufig sind es Mischungen oder reine Baumwolle. Z.B. Hanf, Bambus, BW, Seide, Wolle, ...
  • Flächengewicht - Beschreibt die "Dicke" des Tuches. Je höher das Flächengewicht ist, desto dicker ist das Tuch und desto mehr Stoff ist an dem Tuch.