Wahl des Geburtsortes:

Diesen Punkt empfinde ich als so wichtig, dass ich ihn gesondert bearbeiten möchte.

Wo wir unser Kind bekommen werden wird sich auch auf das WIE auswirken. Und wie wir unser Kind bekommen, wird uns unser Leben lang begleiten.

Es gibt die Möglichkeit in einer Klinik oder Außerklinisch zu gebären. Außerklinisch bedeutet, nicht in einem Krankenhaus. Sprich in einem Geburtshaus oder einer Hausgeburt.

Die Vor- und Nachteile der jeweiligen Geburtsorte hat Alexandra in ihrem Blog beschrieben:

Die zentrale Geburtsanmeldung in Wien:

Alexandra von meinbauchgefühl.at und ich hatten am 13.06.19 einen Termin im Wiener KAV bzgl. der zentralen Geburtsanmeldung in Wien um einige Unklarheiten, die sich euch und uns stellten, zu besprechen.

Seit Februar 2019 können schwangere Frauen die Anmeldung für die Geburt AUCH online oder telefonisch abwickeln.

Die Frauen wählen bis zu 3 Wunschkrankenhäuser, wobei das Krankenhaus am 1. Platz Priorität hat. (Angabe KAV)

Dabei kann die werdende Mutter drei Wunschkliniken angeben. Ab der 22. Schwangerschaftswoche erfährt sie, welche der drei gewählten Kliniken einen Platz für sie bereithält. Quelle: Wien.gv.at

Laut KAV wird der Wunsch an Platz 1 zu 99% berücksichtigt!

Wichtig zu wissen!

  • Wichtig zu wissen ist, dass jede Schwangere weiterhin die Möglichkeit hat, sich persönlich bei ihrem Wunschkrankenhaus anzumelden um sicher zu stellen, dass sie genau dort einen Platz bekommt. Beachtet, dass ihr euch in einer möglichst frühen Schwangerschaftswoche dort anmeldet. Am besten geht einfach auf die Internetseite des jeweiligen Krankenhauses, lest euch ein und ruft an. Die zentrale Geburtsanmeldung ist eine zusätzliche Möglichkeit zu der üblichen Anmeldung direkt im Krankenhaus!
  • Auch wenn ihr euch über die zentrale Geburtsanmeldung anmelden wollt, könnt ihr euch einen Termin in den von euch favorisierten Krankenhäusern geben lassen, um dort mit dem Personal alle wichtigen Fragen durch gehen zu können, bevor ihr euch für eines entscheidet. (Aussage KAV) Einen kleinen Auszug über die Leistungen der Krankenhäuser findet ihr hier: Geburtsinfo Wien (Stand 2017)
  • Bedenkt, dass man nicht in jedes Krankenhaus eine Wahlhebamme mitnehmen kann! Wer bei der Geburt durch eine Wahlhebamme betreut werden möchte, sollte sich zuerst informieren, welches Krankenhaus dies bietet und sich die Beleghebammenliste aushändigen lassen. Wahlhebammen/Beleghebammen sind sehr zeitig ausgebucht. Am besten organisiert ihr alles schon bis zu 10.SSW. Ja. Tatsächlich so zeitig! Hebammen können nur ein gewisses Kontingent an Schwangeren aufnehmen, da sie, während der Rufbereitschaft, verfügbar bleiben müssen. Nimmt eine Hebamme zu viele Schwangere, kann es sein, dass sie, wenn ein Baby später und eines früher kommt, nicht verfügbar ist. Um dies zu vermeiden nehmen die meisten Hebammen 2 Schwangere pro Monat. Deswegen sind sie häufig in SSW über 10 nicht mehr frei. Aber auch wenn ihr über der 10.SSW seid kontaktiert Hebammen.
  • Was wir vom KAV erfahren durften, was uns unheimlich beruhigt, ist: Sollte es im Laufe der Schwangerschaft zu einer unvorhersehbaren "Veränderung" kommen, zum Beispiel das Baby bleibt in Beckenendlage (Popo unten), könnt ihr, so ihr das Baby natürlich gebären wollt, in das jeweilige Krankenhaus wechseln, welches sich aufgrund der nötigen Erfahrung darauf spezialisiert hat. (Sprecht dies einfach an)

Unterschiedliche Krankenhausstandards

Bedenkt bitte, dass jedes Krankenhaus seine eigenen Standards hat. Das eine Krankenhaus macht keine BEL (Beckenendlage) natürlich, im anderen ist es nicht gestattet, dass der Papa bei einem Kaiserschnitt dabei ist, in einem anderen gibt es kein Sectio Bonding (Hautkontakt zwischen Mutter und Baby direkt nach der Geburt per Kaiserschnitt), ein anderes macht keine natürliche Geburt nach einem oder mehreren vorangegangenen Kaiserschnitten (VBAC), das nächste hat eine Kaiserschnittrate von über 50% ein anderes 19% oder eine höhere Dammschnittrate ... Überlegt euch was euch für die Geburt wichtig ist und sucht euch euren Geburtsort danach aus.

Vielleicht kommt ihr auch darauf, dass ihr euch in einer außerklinischen Geburt wohler fühlt. Zum Beispiel in einem Geburtshaus oder einer Hausgeburt.

Was bedeuten die unterschiedlichen Krankenhausstandards?

Habe ich nun ein Baby im Bauch, welches in Beckenendlage liegt und ich gehe in ein Krankenhaus , welches dies nicht natürlich entbinden möchte, bedeutet das zu 100% einen Kaiserschnitt. In einer anderen Klinik, welche sich drauf spezialisiert haben kann ich hingegen mein Kind natürlich zur Welt bringen. Das gleiche gilt für VBACs (natürliche Geburt nach einem oder mehreren vorangegangen Kaiserschnitten) und anderen Situationen.

Was mir wichtig wäre um eine Entscheidung für oder gegen einen Geburtsort treffen zu können:

Geburten pro Jahr:

Kaiserschnittrate :

Anteil geplante Kaiserschnitte (primär):

Anteil ungeplante Kaiserschnitte (sekundär):

Kaiserschnittrate in Vollnarkose:

Interventionen:

Interventionsrate gesamt:

Rate Künstliche Einleitungen:

Anteil medikamentös:

Welche:

Anteil mechanisch:

Kristeller Handgriff:

Forcepsentbindung (Zange):

Vakuumextraktion (Saugglocke):

Episiotomie (Dammschnitt):

Eipollösung:

Wehen beschleunigende Medikamente:

Wehen hemmende Medikamente:

Rektale Darmspülung (Einlauf):

Amniotomie (Fruchtblasensprengung):

Manuelle Muttermund Dehnung:

PDA (Kreuzstich):

Intravenöse Schmerzmedikamente:

Geburtsverletzungen:

Geburten in Rückenlage:

Frei wählbare Geburtspositionen möglich?

o Ja

o Nein

Ungestörtes Erst Bonding?

o Ja

o Nein

Sectio Bonding standardmäßig bei unauffälligem Befund?

o Ja

o Nein

Begleitperson bei einem Kaiserschnitt gestattet?

o Ja

o Nein

Beckenendlage natürlich?

o Ja

o Nein

Versuche ________ Natürlich geboren ________


VBAC (natürliche Geburt nach vorangegangenem Kaiserschnitt) natürlich?

o Ja

o Nein

Versuche ________ Natürlich geboren ________

Zwillingsgeburt natürlich? (Bei Zwillingsschwangerschaft)

o Ja

o Nein

Versuche ________ Natürlich geboren ________

Standardmäßig Dauer CTG unter der Geburt?

o Ja

o Nein

Gewährte ET Überschreitung (Errechneter Geburtstermin) bei unauffälligem Befund

ET+________

Geplanter Kaiserschnitttermin standardmäßig vor ET (Errechneter Geburtstermin)?

o Ja ET- ________

o Nein

Wie lange darf die Geburt dauern ohne das von einem Geburtsstillstand gesprochen wird:

Trinken während der Geburt möglich?

o Ja

o Nein

Essen während der Geburt möglich?

o Ja

o Nein

Eigene Kleidung während der natürlichen Geburt möglich?

o Ja

o Nein


Personal:

Wie viele Geburten kommen auf eine anwesende Hebamme/Dienst ________

Zertifizierte Stillberaterin standardmäßig vor Ort?

o Ja

o Nein

Ist es möglich eine Wahlhebamme zur Geburt mit zu nehmen?

o Ja

o Nein

Psychologinnen/Psychologen standardmäßig vor Ort?

o Ja

o Nein

Psychotherapeutin/Psychotherapeut standardmäßig vor Ort?

o Ja

o Nein

NeonatologIn standardmäßig vor Ort?

o Ja

o Nein

Ist eine PDA jederzeit möglich?

o Ja

o Nein

Walking PDA?

o Ja

o Nein


Alternative Schmerzlinderung unter der Geburt?


o Ja Welche: _______________________________________

_______________________________________________________

_______________________________________________________

o Nein


Natürliche „Geburtseinleitung“?

o Ja Welche: _______________________________________

_______________________________________________________

_______________________________________________________

o Nein

Ausstattung:

o Geburtswanne Anzahl: ________

o Geburtshocker Anzahl: ________

o Geburtsseil/Tuch Anzahl: ________

o Geburtsrad Anzahl: ________

o Sprossenwand Anzahl: ________

o Pezzi-Ball Anzahl: ________


Ein Urlaubshotel buche ich für gewöhnlich auch nur, nach vorheriger Recherche und eingeholter Informationen zu Leistungen des Hotels und ob es meinen Wünschen entspricht.

Dies sollte für die Geburt nicht anders sein. Denn nicht jeder Geburtsort passt zu jeder Frau.


Wissen ist Macht!

Geburt ist etwas natürliches und wunderschönes, doch häufig fühlen sich Frauen von der Kraft der Wehen und ihrer Dynamik überrumpelt und überfordert.

Ich denke, die meisten Personen aus dem Berufsstand der Geburtshilfe sind sich einig, dass das wichtigste ist, das sich Mütter mit ihrer Schwangerschaft befassen, in Kontakt mit ihrem Bauchwunder gehen und sich auf die Geburt körperlich und mental vorbereiten.

Es gibt tolle Fachlektüre, Geburtsvorbereitungskurse und Fachpersonen, die einem unterstützen in die eigene Kraft zu kommen und Geburt nicht als schmerzhaften, quälenden Prozess, der möglichst schnell vorbei sein soll, zu sehen, sondern als Urkraft und Prozess der Entwicklung von Mutter und Baby. Das eben so viel Zeit benötigt, wie es benötigt. Geburt ist ein wunderschönes Erlebnis, dass wir immer in unserem Herzen tragen werden.