Wasser, Tee und Beikost

Immer wieder tauchen die gleichen Fragen auf, wenn es um Wasser und Tee für Babys oder Beikost geht.

Vorweg gesagt. Ja, natürlich. Wir sind alle groß geworden. Dieses Argument hört man sehr häufig. Jedoch sollten wir uns die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse doch zu Nutzen machen, oder?

Fakt ist, Babys die Muttermilch oder PRE Nahrung bekommen benötigen keine zusätzlichen Flüssigkeitszufuhr.

Muttermilch besteht nämlich zu 88% aus Wasser und auch PRE Nahrung hat einen hohen Wasseranteil. Babys kommen bei hohen Temperaturen meist häufiger an die Brust oder wollen die Flasche.

Meist sind die Trink Intervalle kürzer aber häufiger. Babys holen sich was sie brauchen.

Wasser:

Wasser hat keine Kalorien. Soviel steht fest. Wer seinem Babys Wasser statt Milch gibt, unterschlägt ihm wertvolle Kalorien die es benötigt.

Überhydrierung: So ein Baby ist ein ganz schön kleiner Organismus. Ein paar Schluck Wasser können da schon ausschlaggebend sein. Die sogenannte Überhydrierung, die Wasservergiftung.

Kinderärzte der Johns Hopkins Kinderklinik in Baltimore warnen:

Babys Nieren sind im ersten Lebensjahr, und vorallem in den ersten 6 Monaten noch unterentwickelt und können "größere Mengen" Wasser nicht schnell genug verarbeiten und ausscheiden.

Dadurch kommt es zu einer starken Natrium (Salz) Verdünnung im Blut. Dies führt zu krampfartigen Anfällen über Bewusstlosigkeit und kann bleibende Schäden verursachen oder sogar zum Tod führen.

Wer jetzt denk, dazu benötige es Unmengen an Wasser, der irrt.

Wer seinem Baby immer wieder über den Tag verteilt Wasser gibt, oder Muttermilch/PRE mit Wasser streckt, läuft Gefahr, sein Baby zu "vergiften".

Tee:

Tee ist ein Arzneimittel. Das bedeutet, es sind konzentrierte Auszüge aus Pflanzen und diese besitzen eine therapeutische Wirkung.

Kräuter beinhaltet sekundäre Pflanzenstoffe (Giftstoffe) um sich z.B. vor Fressfeinden zu schützen. Diese enthaltenen Stoffe sind sicher jedem ein Begriff. Kokain, Morphin, Koffein, Nikotin und je nach Kräuterart/Teeart, enthalten.

In Extraktionsverfahren, werden diese Stoffe für die medizinische Anwendung gewonnen. Jeder Tee enthält somit eine therapeutische Wirkung, welche für Babys viel zu stark ist. Häufig sind Tees verunreinigt und gerade Kräutertees teilweise mit Giftstoffen behaftet.

Beim Tee kommt noch hinzu, dass er mit Wasser gegeben wird. Siehe Wasservergiftung.

Babys brauchen weder Tee noch Wasser. Muttermilch und PRE hat alles was euer Baby braucht. Lasst es einfach Trinken, wenn es dies möchte. Das Baby weiß, was es braucht!

Beikost:

Beikost bedeutet, die Einführung von Lebensmittel unter der Berücksichtung, dass Muttermilch oder PRE Hauptnahrungsmittel im ersten Jahr des Babys bleiben sollte. Eben BEIkost - nicht Ersatzkost.

Babys Magen ist vor dem 5. Lebensmonat (besser 6. Monat - Empfehlung WHO) noch nicht reif für Nahrung. Nein, auch nicht, wenn es euch schon so sehr beim Essen beobachtet.

Wichtig ist, wartet ALLE Beikostreifezeichen ab!

Auch wenn der suuuper seltene Fall eintritt, dass euer Babys wirklich schon vor dem 5. Lebensmonat alle Reifezeichen erfüllt, wartet noch ein wenig. Der Darm eures Babys wird es euch danken. Und uns läuft ja wirklich nichts davon.

Das erreichen des 5. Lebensmonat alleine reicht nicht aus, um mit Beikost beginnen zu können. Es gibt Babys die mit 8 Monaten noch nicht alle Reifezeichen erfüllen. Dann einfach noch mit der Beikost warten.

Beikostreifezeichen:

  • Das Baby kann den Kopf komplett selbstständig halten
  • Das Baby zeigt Interesse an eurem Essen (nicht an eurer Gabel, Löffel o.ä.)
  • Das Baby macht Kaubewegungen, wenn es euch beim Essen beobachtet
  • Das Babys kann alleine oder mit minimaler Unterstützung im unteren Rücken, aufrecht sitzen
  • Der Zungenstreckreflex, welcher feste Nahrung aus dem Mund des Babys schiebt, ist verschwunden.
  • Das Baby kann Essen selbstständig greifen und zum Mund führen
  • Das Baby kann ein Sättigungsgefühl mitteilen, durch Wegdrehen des Kopfes, nicht öffnen des Mundes, wegschieben mit den Händen, ...

Wenn diese Punkte erfüllt sind und euer Baby über 5 Monate (besser 6) alt ist, könnt ihr mit der langsamen Einführung von Beikost beginnen. Solltet ihr vor dem 6. Monat oder der Beikosteinführung abstillen, solltet ihr PRE geben. Muttermilch oder PRE sollten Hauptnahrungsmittel im ersten Lebensjahr sein. Frühere Empfehlung schon mit 4 oder sogar schon 3 Monaten mit Beikost anzufangen rühren daher, dass früher häufig mit 4/5 Monaten abgestillt wurde. Und eine Einführung der Beikost unter der Muttermilch viele Vorteile hat. Zudem dachte man, dass Muttermilch ab 6 Monaten plötzlich giftig sei. Heute weiß man es besser und tut gut daran sich an die offizielle Empfehlung der WHO zu halten.

Mindestens 6 Monate voll zu stillen und bis zum 2. Lebensjahr oder darüber hinaus weiter zu stillen. Erst bei Erreichen der Beikostreifezeichen und frühestens mit erreichtem 5.Monat (besser 6.Monat) mit Beikost zu beginnen.

Wie geht das nun?

Es gibt die Möglichkeit dem Baby alles zu pürieren (Brei) oder BLW (Babys led weaning) anzubieten, oder es zu kombinieren. Egal wofür ihr euch entscheidet, dass Baby muss davon nicht satt werden. Es geht um eine langsame Gewöhnung an die Nahrungsmittel. Empfohlen wird, vor und nach dem Essen zu stillen bzw. PRE zu geben. Denn die Gewöhnung an unsere Lebensmittel ist dann besonders schonend und mit weniger Problemen verbunden.

Denk immer daran, es sollen keine Still - oder PRE Mahlzeiten ersetzt werden, sondern zusätzlich mit Beikost begonnen werden

BLW (Baby led weaning) die von Baby selbst geführte Einführung von Beikost:

Das bedeutet, dass das Baby nicht mit Brei gefüttert wird, sondern bei euch "mit isst" und zwar mit mit seinen eigenen Händen, dass was es interessiert.

Bedenkt: Babys sollten das erste Jahr nicht stark gewürztes, so wenig wie möglich Salz und Zucker bekommen. Wenn ihr für alle kocht, könnt ihr eure Speise am Tisch würzen.

z.B. Pfanne mit Brokkoli und Pastinaken

Achtet darauf, dass die Nahrungsmittel gut mit dem Gaumen zerdrückbar und gut greifbar für das Baby sind. Gebt immer einen Schuss Beikostöl über das Essen.

Es ist wirklich eine Freude Babys bei BLW zu zusehen. Mit Interesse und Enthusiasmus erkunden sie das Essen und "begreifen" mit allen ihren Sinnen.

Viele Eltern haben Angst vorm Verschlucken bei BLW. Ich kann euch nur aus eigener Erfahrung und der anderer Eltern sagen, dass sich Babys an Stücken weniger oft verschlucken, da diese viel besser hervorgewürgt werden können wie der klebrige Brei.

Brei:

Bei Brei wird einfach alles was ihr kocht püriert. Auch hier das Beikostöl nicht vergessen. Wir haben Brei aus diversen Gemüse- und Obstsorten gemacht und diese als Aufstrich fürs Brot verwendet oder im Sommer in Eisformen gefüllt. Man kann auch Fleisch mit hinein pürieren und es als Saucen für Nudelgerichte verwenden.

Was sollen Babys nicht essen?

Honig und ganze Nüsse, Weintrauben usw. wo sie sich verschlucken könnten.