Zahlen und Fakten:

- Eine Gewichtsabnahme bis zu 7% des Geburtsgewichtes ist physiologisch und somit üblich.

- Eine Gewichtsabnahme zwischen 7% und 10% sollte im Auge behalten werden und das Stillmanagement, sowie die Gegebenheiten überprüft werden (Zungenband, Stillhäufigkeit, …) Es ist noch kein Grund zu zufüttern. Erst ab einer Gewichtsabnahme von über 10% kann über das Zufüttern nachgedacht werden. Jedes Zufüttern erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Milchproduktion verringert wird und sollte gut überlegt sein.

- Bis zum 10. Lebenstag sollte das Baby sein Geburtsgewicht wieder erreicht haben

- Infusionen bei der Geburt über 1,2L haben einen Einfluss auf das Geburtsgewicht des Babys und müssen einberechnet werden

- Schmerzmedikationen unter der Geburt können einen Einfluss auf das anfängliche Stillverhalten haben (Trinkschwache Babys)

- 0-2 Monate ca. 170 ++/Woche an Gewichtszunahme

- 3.-4. Monat ca. 110g +/Woche an Gewichtszunahme

- Mit ca. 4 Monaten sollte sich das Geburtsgewicht verdoppelt haben

- Eine Stillfrequenz vom mindestens 8-besser 12x in 24 Stunden sollte bis zur einer etablierten und gesicherten Stillbeziehung erreicht werden.

- Nach Bedarf gestillte Babys trinken so oft und lange sie möchten. Es gibt keine höchstzulässige Stillfrequenz oder Trinkmenge

- Die abgepumpte Milchmenge sagt nichts über die Milchmenge aus, welche dem Baby zur Verfügung steht.

- Es gibt Frauen die keinen Tropfen Milch abpumpen können und voll stillen

- Kolostrum (Vormilch) wird ca. ab der 16.SSW gebildet. Nicht bei jeder Frau tritt in der Schwangerschaft Kolostrum aus der Brust aus oder ist per Hand zu entleeren

- Menkonium (Babys erster Stuhl) sollte idealerweise in den ersten 8 Stunden und spätestens in den ersten 24 Stunden nach der Geburt abgesetzt werden

- Ab dem 2. Lebenstag sollte das Baby ca. 5 nasse Windeln haben und zumindest 1x Stuhl absetzen. Ab dem 3.-4. Lebenstag sollte das Baby mehrmals täglich Stuhl haben. Dies sollte bis zur 4.-6. Lebenswoche so bleiben. Danach gilt die Regel 10x am Tag oder 1x in 10 Tagen, so sich das Baby damit wohl fühlt.

- Die Herstellung von 1 Liter PRE Nahrung verbraucht 4000 Liter Wasser

- 8,5 Million Euro werden monatlich mit der Herstellung von Säuglingsersatznahrung alleine in Österreich verdient

- Gestillte Kinder haben einen durchschnittlich höheren IQ von 4 Punkten

- Arbeitende stillende Mütter haben das Recht auf 45 min Pause, wenn sie halbtags arbeiten und 90 min Pause, wenn sie ganztags arbeiten. Sie müssen die Pause nicht aufteilen, sondern können auch früher gehen oder später kommen. Außer sie haben Nachtdienst. Es gibt keine zeitliche Begrenzung, daher hat jede stillende Mutter das Recht darauf. Auch wenn ihr Kind über ein Jahr ist.

- Jeder künstliche Sauger kann ein verändertes Saugverhalten (Saugverwirrung) erzeugen. Weswegen der Schnuller Einsatz gut bedacht sein sollte. Besonders bei Säuglingen.

- Stillfreundliches Zufüttern bedeutet mit Becher, Löffel, Spritze oder Brusternährungsset. Die Flasche ist nicht stillfreundlich.

- Antibakterielle und antivirale Faktoren der Muttermilch schützen Kinder vor vielen Krankheiten und verringern auch in Industrienationen (!) die Sterblichkeit.

Gestillte Kinder leiden seltener an:

  • Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes
  • Infektionen der Atemwege - reduziert Asthmarate um 22%
  • Red. Übergewicht und Adipositas 26%
  • Red. NEK 58%
  • Red. Leukämie 19%
  • Red. Diabetes 1 und 2 35%
  • Red. SIDS 50%
  • Red. Zahnfehlstellung 68%

Quelle: WHO, Institut für Stillen und Laktation, Lancet 2016